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350 Jahre Pilgern von Oberheim nach Spabrücken – Gottesdienst mit Weihbischof:Bitte und Dank als Motiv der Wallfahrt

Seit 350 Jahren pilgern Christen von Oberheimbach nach Spabrücken, um die "Mutter vom Soon" um Schutz und Segen zu bitten. Weihbischof Peters feierte mit ihnen Gottesdienst.
Im Anschluss an den Festgottesdienst, den Weihbischof Jörg Michael Peters (Mitte) anlässlich des Jubiläums „350 Jahre Wallfahrt von Oberheimbach nach Spabrücken“ zelebrierte, stellten sich die rund 60 Pilger zusammen mit den Seelsorgern und den Ministranten zu einem Erinnerungsfoto auf der Kirchentreppe zusammen.
Datum:
5. Sept. 2016
Von:
Bischöfliche Pressestelle
Spabrücken/Oberheimbach -  Seit 350 Jahren pilgern katholische Christen von Oberheimbach nach Spabrücken, um die „Mutter vom Soon“ um ihren Schutz und Segen zu bitten. Aus diesem Anlass ist Weihbischof Jörg Michael Peters am 3. September nach Spabrücker gekommen und hat mit rund 60 Pilgern Gottesdienst gefeiert. In seinem Grußwort an die Pilger-Gemeinschaft stellte Weihbischof  Peters fest, dass durch Wallfahrten Trost und Freude gespendet werde. Für ihn sei mit das schönste Motiv einer Wallfahrt nicht die Bitte, sondern der Dank: „Für wieviel ‚bewahrt worden sein‘ haben wir dem guten Gott Dank zu sagen? Für wie viele Schrecksekunden, die dann doch noch einmal gut ausgegangen sind? Für wieviel Schweres, das wir tragen und erleiden müssen, wo wir Trost gefunden haben?“ In diese Bewegung des Dankens wolle er sich an diesem Abend mit seinen Mitbrüdern am Altar einreihen. Der Weihbischof lud dazu ein, die Herzen zu öffnen, damit sie von Dankbarkeit erfüllt werden. Auch in seiner Predigt ging Weihbischof Peters auf das Wallfahren ein: „Pilgern ist in unserer Zeit in Mode gekommen. Aber es darf nicht Selbstzweck sein, sondern muss immer auf ein Ziel hin ausgerichtet sein“, appellierte er. Nur dann könne es im Innern der Menschen etwas aufblühen lassen und Früchte tragen. Mit Weihbischof Peters feierten den Gottesdienst unter anderem Pater Dr. Meinulf Blechschmidt (Spabrücken) und Pfarrer Michael Knipp (Oberheimbach/Pfarreiengemeinschaft Bacharach), assistiert vom Spabrücker Diakon Burkhard Lohmer. Allein in Oberheimbach hatte 1666 die europaweite Pestseuche 165 Menschenleben gefordert. Damals schlug Schultheis Reinehr Pfarrer Hermann Urbari vor, zur schwarzen Gottesmutter vom Soon nach Spabrücken zu pilgern, um ihr die große Bitte vorzutragen, dass sie die Oberheimbacher künftig vor Not und Seuchen bewahren möge. Der Pfarrer gewährte dieser Anregung seinen Segen, und die ganze Gemeinde legte in ihrer Kapelle das feierliche Gelübde ab, künftig an jedem ersten Wochenende im September eine Wallfahrt nach Spabrücken durchzuführen. Dieses Versprechen wird seit 350 Jahren erfüllt. Der 20 Kilometer lange Pilgerweg der Oberheimbacher führt nach einem Halt in der Kreuzkapelle zum Rastpunkt „Drei Steine“. Über Daxweiler wandern die Pilger durch das Guldenbachtal vorbei an Seibersbach nach Dörrebach. Von dort geht es über den Aschborner Hof nach Spabrücken.