Stefanie Peters ist feierlich beauftragt worden :Seelsorgerin im Männer-Gefängnis

Wittlich – Stefanie Peters ist am 28. März als Gefängnis-Seelsorgerin in der Justizvollzugsanstalt (JVA), der Jugendstrafanstalt (JSA) Wittlich und der JVA Trier beauftragt worden. Bereits seit November vergangenen Jahres ist sie im Dienst. Zu dem kleinen Festakt im Mehrzweckraum der JVA, der auch für Gottesdienste genutzt wird, kamen Kollegen, Freunde und Familie der 45-jährigen Eifelerin. Die musikalische Gestaltung übernahmen Clara Boor an der Orgel und der Inhaftierten-Chor.
„Sie sind ein Riesengewinn für unsere JVA – für die Inhaftierten, aber natürlich auch für uns“, attestierte JVA-Leiter Dr. Jörn Patzak der neuen Gefängnis-Seelsorgerin in seinem Grußwort. Der Leiter der JSA, Philipp Stahlhacke, schloss sich dem an: „Als Gemeindereferentin, Notfallseelsorgerin und ehrenamtliche Rettungssanitäterin – zupackend und ohne Berührungsängste – passen Sie sehr gut hier hin. Danke, dass Sie Ihrem Seelsorge-Auftrag hier nachkommen.“ Vonseiten des Bischöflichen Generalvikariates Trier bedankte sich Uli Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten, für die „sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit dem Justizministerium, den Anstaltsleitern, den Kolleginnen und Kollegen der evangelischen Landeskirche und den muslimischen Religionsbetreuern in der Gestaltung der Seelsorge. „Die Gefängnis-Seelsorge steht in der Spannung zwischen seelsorglichem Bemühen und den Hafterfordernissen.“ Als Gefängnis-Seelsorgerin gelte es, den inhaftierten Menschen im Blick zu haben, mit seiner Schuld, seinem Scheitern und seinen Sehnsüchten. Daneben sei es wichtig, auch ansprechbar für die Bediensteten der Anstalt zu sein, die eine große Verantwortung trügen. Zu Stefanie Peters sagte Stinner: „Du bringst alles mit, um eine gute, verlässliche, klare und zugewandte Gefängnis-Seelsorgerin zu sein. Mit Dir haben wir eine Frau vor uns stehen, die vor schwierigen Situationen nicht zurückschreckt. Im Gegenteil: eine Frau, die gerade dann mit einer inneren Stabilität in Ruhe ‚anpacken‘ kann, eine Situation aushalten, mittragen und zu einer guten Perspektive hin gestalten kann.“
„Seelsorge-Sternstunden“ und Alltag in der Haftanstalt
Neben Seelsorge-Gesprächen und Gottesdiensten übt Stefanie Peters auch mit dem Inhaftierten-Chor Lieder ein. Zwei Küster, ebenfalls Inhaftierte, helfen bei der Vor- und Nachbereitung der Gottesdienste, erzählt sie. „Vom Leben und Arbeiten hinter Gittern hat man nicht wirklich ein Bild, wenn man noch nie hier gewesen ist. Immer wieder fragen Inhaftierte nach dem Glauben und nach etwas, das ihrem Leben einen Halt geben kann.“ Manche werden regelmäßig von ihr begleitet. „Viele fragen nach einer Bibel oder einem Rosenkranz. Eigentlich alle wissen es zu schätzen, für die Gespräche in mein Büro zu kommen, wo ich einen Tee oder Kaffee anbiete. Da blicke ich in den zurückliegenden Wochen schon auf einige ‚Sternstunden seelsorglicher Tätigkeit‘ zurück.“ Auf andere, etwa Neuinhaftierte, gehe Peters aktiv zu und biete ein Gespräch an. „Die Heranwachsenden und Männer in den Anstalten bemerken, dass ich in ihnen nicht in erster Linie einen Straftäter sehen, sondern einen Menschen, den so viel mehr ausmacht als der Vorwurf oder die Tat, deretwegen er inhaftiert ist.“ In Wittlich befindet sich außerdem die zentrale Schule für die Ausbildung der Bediensteten im Allgemeinen Vollzugsdienst. „Zu meinen Aufgaben gehört auch, den Fachdienst Seelsorge vorzustellen. Dort befindet sich ein kleines Justizvollzugsmuseum, in dem wir zum Beispiel Angebote für Firmgruppen machen.“ Auch seitens der Justiz werde ihr viel Vertrauen entgegengebracht, denn die Inhalte ihrer Arbeit und der Gespräche unterliegen dem Seelsorge-Geheimnis. Für Peters ist klar: „Die diakonische Pastoral hatte immer einen hohen Stellenwert in meiner Arbeit.“
Stefanie Peters ist 1980 in der Vulkaneifel geboren und dort aufgewachsen. Von 1999 bis 2003 studierte sie Religionspädagogik in Mainz. Ihr Anerkennungsjahr absolvierte sie in Kobern-Gondorf (2004/2005). Von 2005 bis 2007 war sie Gemeindeassistentin in der Pfarreiengemeinschaft (PG) Daun. Ab 2007 war sie dort als Gemeindereferentin tätig, bevor sie 2011 als Gemeindereferentin in der PG Hillesheim im Pastoralen Raum Adenau-Gerolstein eingesetzt wurde. Seit November vergangenen Jahres ist sie Gefängnis-Seelsorgerin.
Weitere Informationen zur Gefängnis-Seelsorge gibt es auf https://www.bistum-trier.de/glaube-und-seelsorge/seelsorge/gefaengnisseelsorge/index.html.