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Akademie und Wettbewerb zum Thema Barmherzigkeit an Vallendarer Hochschule:Barmherzigkeit heute

Mit den Dimensionen von Barmherzigkeit haben sich junge Leute bei einer Akademie in Vallendar befasst. Bischof Ackermann und Ministerpräsidentin Dreyer waren auch dabei.
Datum:
19. Sept. 2016
Von:
Bischöfliche Pressestelle
Vallendar - Vom 16. bis 18. September haben an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar die Junge Akademie „Barmherzigkeit3“ sowie die Preisverleihung des Wettbewerbs „Barmherzigkeit – heute?!“ stattgefunden. Das Ziel war, drei Dimensionen der Barmherzigkeit für die heutige Welt zu erschließen: ihre Höhe, Tiefe und Weite – Barmherzigkeit hoch drei. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, hob im Gespräch mit den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hervor, dass in Barmherzigkeit nicht nur Intellekt und Tat, sondern gerade auch Herz und Gefühl einbezogen sind. „Im rationalen Alltag erinnert mich dieses Gefühl daran, dass es Bereiche gibt, in denen Barmherzigkeit wichtig ist“, so Malu Dreyer. Barmherzigkeit sei zudem eine Haltung, die Christinnen und Christen herausfordere, gerade heute in der Gesellschaft etwas Gutes zu tun. „Dazu braucht es viele junge Menschen“, ermutigte die Ministerpräsidentin das junge Plenum. Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax ist, fragte in seinem Vortrag mit dem Titel „Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft“ zunächst kritisch, ob Barmherzigkeit in der Gesellschaft nicht auch ungerechte Zustände verdecken könne. „Wir dürfen nicht dort Barmherzigkeit anbieten, wo zunächst die Gerechtigkeit geschuldet ist“, hob er im Rückgriff auf das Zweite Vatikanische Konzil hervor. Mit Blick auf die biblische Botschaft der Barmherzigkeit erläuterte er ergänzend, dass „Gott Barmherzigkeit walten lässt, um die Gerechtigkeit neu möglich zu machen“. Bei der Preisverleihung ging Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der Jugendkommission der Bischofskonferenz, auf die Kreativität der Beiträge der jungen Menschen ein. „Barmherzigkeit hat ihren Ursprung im innersten Herzen Gottes. Sie zeigt uns das Geheimnis der Leidenschaft Gottes für seine Schöpfung, seine Bejahung des Lebens jedes Einzelnen. Es ist großartig, mit welcher Kreativität und Leidenschaft sich die jungen Menschen innovativ mit diesem Grundmotiv unseres Glaubens beschäftigt haben und es auf ungemein vielfältige Weise umgesetzt haben. Das begeistert mich.“ Junge Erwachsene im Alter von 16 bis 28 Jahren wurden in den Kategorien „Soziales Projekt“, „Kunst und Musik“, „Social Media und Film“, „Dichtung (Poetry Slam) und Literatur“ sowie „Wissenschaft und Essays“ für ihre eingesandten Beiträge geehrt. Viele der Einsendungen zum Thema „Barmherzigkeit – heute?!“ befassten sich intensiv mit dem Zueinander von Barmherzigkeit und der Situation von Flüchtlingen. „Gerade dieser Wettbewerb zeigt, dass die Barmherzigkeit Gottes mit uns Menschen großen Raum in unserer Zeit und der neuen Generation einnehmen kann. Er war ein voller Erfolg“, sagte Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Beeindruckt hätten vor allem Kreativität und Engagement der jungen Menschen in Bezug auf „dieses nur scheinbar antiquierte Wort“. Im Wettbewerb waren insgesamt 57 Beiträge von 250 Teilnehmenden. Wettbewerb und Junge Akademie wurden anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit gemeinsam veranstaltet von der afj, dem Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie und philosophischen Ethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und dem Limburger Magazin für Religion und Bildung „Eulenfisch“. Weitere Kooperationspartner waren die Arbeitsgemeinschaft Jugendpastoral der Orden, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Initiative Nightfever, die Schönstattbewegung und Renovabis. Ein ausführlicher Bericht zur Akademie ist hier zu finden. 

(red)