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Victoria Müller-Ensel verlässt Caritasverband RHN:Caritasdirektorin, die „stets Raum gab“

Zwar verlässt die Victoria Müller-Ensel als Caritasdirektorin den Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe, aber sie bleibt der Caritas im Bistum in leitender Position erhalten.
Victoria Müller-Ensel (Dritte v. rechts) verlässt den Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe. Zur Verabschiedung kamen unter anderem der Diözesan-Caritasverbandsvorsitzender Benedikt Welter (Vierter v. links), der Vorstand des Ortscaritasverbandes und die drei hiesigen Dienststellenleiter.
Datum:
4. Apr. 2024
Von:
Julia Fröder

Region Rhein-Hunsrück-Nahe/Koblenz – Mitte März verabschiedete der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe seine Direktorin Victoria Müller-Ensel aus dem Amt – und in einen recht kurzen Urlaub: Schon ab 1. April wird sie in gleicher Funktion den Caritasverband Koblenz leiten. 

 1999 kam Victoria Müller-Ensel zum Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe – zunächst als Buchhaltungskraft für Boppard, im Jahr 2002 wurde sie Verwaltungsleiterin, deren Verantwortungsbereich sich peu à peu über den Gesamtverband erweiterte.

In einer Feierstunde mit verbandlichen Gremien, Gästen und Mitarbeitenden würdigte die Caritas-Vorstandsvorsitzende den partizipativen Stil der 57-Jährigen: „Sie haben den Verband in einer Umbruchphase übernommen, als es die Dienststellen noch enger zusammenzuführen galt“, zollte Anna Werle dem Engagement der Direktorin Anerkennung. „Durch Ihre Art der Leitung ließen Sie die Mitarbeitenden erstarken und legten so den Grundstein für eine selbstbewusste, leistungsfähige Dienstgemeinschaft!“, so Werle weiter. „Führung bedeutet für Sie, Ihren Mitarbeitenden Wollen und Können zu ermöglichen“, schloss sich Domkapitular Benedikt Welter an.

Welter, als Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Müller-Ensels alter und neuer „Chef“, betonte, welche Herausforderungen sie dabei zu meistern hatte. Neben der flächenmäßigen Ausdehnung des Verbandes für die Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück nannte er etwa Digitalisierung oder zunehmend schwierige ökonomische Rahmenbedingungen.

Wir haben stets versucht, eine Dienstgemeinschaft zu bilden, die Raum gibt.

Victoria Müller-Ensel, scheidende Caritasdirektorin des Caritasverbands Rhein-Hunsrück-Nahe

Eberhard Noll, Vorsitzender des örtlichen Caritasrates, ließ ebenfalls keinen Zweifel daran, dass er gut und gerne mit der scheidenden Direktorin zusammengearbeitet hatte. Zugleich hob er die fachliche Kompetenz der Betriebswirtin hervor – wohl unabdingbares Rüstzeug in einer Zeit des Wandels, in der es „ohne finanziellen Unterbau nicht gehen“ würde. 

Unter den anschließenden Rednern – Vertreter der Kreisverwaltungen, der Pastoralen Räume und verschiedener kirchlicher Dienststellen – waren langjährige Weggefährten. Der Tenor der Abschiedsworte lautete, dass Müller-Ensel die soziale Arbeit auf vielen Gebieten vorangebracht und das „Gesicht“ der Caritas vor Ort geprägt habe. 

Besonders persönlich geriet die Ansprache der Mitarbeitervertretung. Deren Vorsitzende Lydia Bittner-Wirtz wurde zeitgleich mit Victoria Müller-Ensel vor 25 Jahren Caritas-Mitarbeiterin. 

 Die sichtlich gerührte Victoria Müller-Ensel machte indes nicht viele Worte um ihren Weggang oder die eigene Person. Lieber blickte sie kurz zurück: „Wir haben stets versucht, eine Dienstgemeinschaft zu bilden, die Raum gibt“, umriss sie den Geist „ihres“ Verbandes. Das gehörte Lob gebühre deshalb den ehrenamtlichen Mitgliedern in Caritasvorstand und -rat – und nicht zuletzt den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.