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Katholische Frauengemeinschaft spendet über 6000 Euro:Corona-Soforthilfe für Textilarbeiterinnen in Bangladesch

Die Katholische Frauengemeinschaft im Bistum Trier hat über 6.000 Euro Corona-Soforthilfe für Textilarbeiterinnen in Bangladesch gespendet. Die Situation dort ist dramatisch.
Textilarbeiterinnen und -arbeiter in Dhaka erhalten Lebensmittelpakete von FEMNET (Bild: NGWF).
Datum:
22. Juni 2020
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Dhaka/Trier/Koblenz/Saarbrücken – In Bangladesch führen aktuell Produktionseinbrüche und Massenentlassungen in der Bekleidungsindustrie dazu, dass Textilarbeiterinnen und -arbeiter ihr Einkommen verlieren. Betroffen von den Auswirkungen der Corona-Krise sind vor allem Frauen. Ihnen drohen Hunger, Armut und der Verlust ihrer Unterkunft. Um schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten, hat der Verein FEMNET mit Sitz in Bonn einen Corona-Nothilfefonds eingerichtet. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum Trier beteiligte sich jüngst mit einer ersten Spende in Höhe von 6.150 Euro.

Die Soforthilfe kommt Frauen wie der 18-jährigen Shefali zugute, die in einer Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka arbeitet und als Alleinverdienerin ihre gesamte Familie ernährt. Im März erhielt sie noch 60 Prozent ihres Gehaltes. Im April wurde die Fabrik, in der sie arbeitet, geschlossen. Seitdem erhält sie weder Lohnfortzahlungen, noch hat sie die Möglichkeit, eine andere Arbeitsstelle anzutreten. Dank der Spenden hat sie nun Nahrungsmittel erhalten – ein Tropfen auf den heißen Stein. Shefali ist dennoch zuversichtlich: „Ein paar Tage lang wird uns das weiterhelfen“.

Wie Shefali ergeht es zurzeit rund 1 Million Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilbranche. Laut FEMNET haben nur knapp die Hälfte von rund 4.000 Textilfabriken in Bangladesch ihre Arbeit wieder aufgenommen – dies allerdings unter teils unzureichenden Gesundheitsschutzmaßnahmen: Sicherheitsabstände werden oft nicht eingehalten, fließendes Wasser und Seife fehlen allerorten.

Das diözesane kfd-Spendenprojekt „Starke Frauen. Faire Arbeit in Bangladesch. kfd für Menschenrechte in der Modeindustrie“ ist auf die kommenden drei Jahre angelegt und setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe, indem es Frauen in Bangladesch über ihre Rechte aufklärt, juristischen Beistand bereitstellt und den Arbeiterinnen dabei hilft, sich organisiert gegen menschenunwürdige Produktionsbedingungen zur Wehr zu setzen.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 25.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation im Bistum Trier. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen gibt es hier: www.kfd-trier.de/projekte/bangladesch/ und hier: https://femnet.de/.  

(red)