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Firmvorbereitungsteam zeigt, wie Pfarrei der Zukunft funktionieren kann:Das Feuer des Glaubens durch Projekte weitergeben

Das Firmvorbereitungsteam der künftigen Pfarrei der Zukunft Hermeskeil zeigt mit neuen Methoden, wie Pfarrei der Zukunft funktionieren kann.
Das Firmvorbereitungsteam
Datum:
22. März 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Hermeskeil – Ein Einladungsschreiben mit QR-Code, eine Onlineplattform und verschiedene Bausteine von „sozial“ bis „kreativ“, die die Jugendlichen selbst wählen können: Die Firmvorbereitung 2019 im zukünftigen Gebiet der Pfarrei der Zukunft Hermeskeil setzt auf ein modernes Konzept – und den Netzwerkgedanken, der die Pfarreien im Bistum künftig noch stärker prägen soll.

„Wir kamen schnell auf einen gemeinsamen Nenner: Etwas Innovatives wollten wir machen, professionell sollte es sein und die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt ansprechen“, schildert Christiane Herrig, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Schillingen, wie es zu der Kooperation der Pfarreiengemeinschaften Waldrach, Hermeskeil, Thalfang und Schillingen bei der neuartigen Firmvorbereitung kam. Eine ganz konkrete Forderung der Bistumssynode sei ja gewesen, netzwerkartig zusammenzuarbeiten und die Menschen in ihren Bedürfnissen wahrzunehmen. Also hätten sich nach Bekanntwerden der neuen Pfarrei-Zuschnitte die Gemeindereferenten getroffen, und schnell sei die Idee entstanden, ein Team zu bilden, das ein neues Konzept für die Firmvorbereitung auf die Beine stellen sollte. Zu diesem Team gehören neben den Gemeindereferenten Markus Ullmann, Vanessa Violino und Herrig auch Pastoralpraktikant Patric Schützeichel, Jahrespraktikantin zur Gemeindereferentin Anne Schommer und die Ehrenamtliche Mirjam Minden, die besonders das Arbeiten auf „Augenhöhe“ mit den Hauptamtlichen Kollegen schätzt. Violino, Gemeindereferentin in Thalfang, erzählt: „Wir alle haben unsere Erfahrungen und Ideen eingebracht und festgestellt, dass die bisherige Firmvorbereitung mit den klassischen Gruppenstunden nicht mehr richtig verfängt. Oft waren die Jugendlichen unmotiviert und konnten mit dieser Art der Glaubensvermittlung nicht so viel anfangen. Außerdem wollen wir auch kirchenferne junge Leute ansprechen. Also haben wir uns für ein Baustein-Konzept entschieden.“

Einladungsschreiben mit QR-Code

Nachdem das Einladungsschreiben mit dem QR-Code ins Haus flatterte, konnten die Jugendlichen diesen mit dem Smartphone auslesen, sich dann auf einer Onlineplattform mit ihrer E-Mail und einigen kurzen Angaben eintragen und sich ihre vier Bausteine aus den Kategorien „sozial“, „kreativ“, „liturgisch“ und Schöpfung“ zusammenstellen. Ob ein Blick in das Leben einer Ordensgemeinschaft, ein Besuch des Konzentrationslagers Hinzert, ein „konsumkritischer“ Gang durch Trier, ein Improvisationstheater oder eine Rockandacht mit der Band Holytones: Alle Projekte sind durch das Team oder Referenten fachlich fundiert begleitet und sollen den Jugendlichen ermöglichen, Glauben ganz konkret im Handeln zu erfahren, so Violino. „Wir möchten nicht in einer „Lehrer-Schüler-Rolle“ sein, vielmehr kommen tiefere Themen über die gemeinschaftlichen Erfahrungen ganz von selbst auf. So zuletzt bei einem unserer Vortreffen, bei dem wir über den Tod gesprochen haben, weil es für einen Firmling gerade im Raum stand.“ Von dieser Erfahrung berichtet auch Minder, die sich seit Jahren ehrenamtlich als Katechetin einsetzt. „Wir haben für die Tafel in Hermeskeil gesammelt und obwohl es kalt und stürmisch war, wollten die Jugendlichen länger stehen bleiben. Ein Mädchen hat mir nachher zurückgemeldet, dass sie ihre Erfahrungen in ihrem weiteren Leben beherzigen will.“

Solche Rückmeldungen sind es, die das Team in seiner Arbeit bestärken, wie Herrig erklärt: „Was für uns das Feuer des Glaubens bedeutet, wollen wir den Jugendlichen durch die Projekte näherbringen. Wir haben inklusive Projekte dabei, etwa einen Pilgerweg mit Jugendlichen aus dem Haus auf dem Wehrborn. Den Schöpfungsbaustein haben wir beispielsweise gewählt, weil ihre Bewahrung für uns ein höchst biblisches Thema ist. Oder beim ‚Kreativ-Baustein‘ geht es etwa darum, eigene Fähigkeiten zu entdecken – also das, was die Synode auch unter Charismen versteht.“

Vieles ist neu

Nicht nur das Baustein-Prinzip ist neu, auch der Ansatz, Anmeldung und Verwaltung online abzuwickeln. Möglichst wenig aufwendig und intuitiv sollte dieses System sein: Dazu beauftragte das Team den Informatik-Studenten Philipp Schneider, der in kurzer Zeit eine komplette Webanwendung baute, an der auch schon andere Pfarreiengemeinschaften Interesse bekundet haben. Das Design mit vier Farben für die Bausteinkategorien spiegelte sich auch in einem professionell gestalteten Flyer wider, dessen Deckblatt ein Kompass ziert und die Frage „Wohin führt Dich Deine Reise mit Gott? Diese Frage werden die Jugendlichen nur für sich selbst beantworten können. Doch die Idee, Firmvorbereitung mal anders zu wagen, scheint auf fruchtbaren Boden zu fallen: Von den 381 angeschriebenen Firmlingen registrierten sich 239.

Mehr Informationen gibt es bei Christiane Herrig, E-Mail: christiane.herrig@bgv-trier.de, bei Ute Engelskirchen oder bei Markus Ullmann, E-Mail: markus.ullmann@bistum-trier.de.

(sb)