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Diözesane Gremien und Berufsgruppenvertreter beraten zu Trends der Anhörung:Den Weg der Kirche im Bistum Trier mitgehen

Diözesane Gremien und Berufsgruppenvertreter haben zu Trends der Anhörung über die Gestalt der Pfarreien der Zukunft beraten.
Dr. Martin Messingschlager vom PRAGMA Institut stellte Trends aus der Anhörung vor.
Datum:
16. Juni 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Deutlich mehr als die Hälfte (68 Prozent) der Stellungnahmen sind „ausgewogen“, knapp zehn Prozent „stark positiv“ und knapp ein Viertel „stark negativ“: Diesen Trend zeigt der erste Blick in die Auswertung der Anhörung über die Neuordnung und Gestaltung der Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier. Etwa ein Drittel - davon der überwiegende Teil (86 Prozent) von Pfarrgemeinderäten und Verwaltungs-, bzw. Kirchengemeinderäten sowie Pfarrern bzw. Pfarrverwaltern – der bis zum 12. Juni eingegangenen Stellungnahmen hat das PRAGMA Institut (Reutlingen/ Bamberg) bereits erfasst und ausgewertet. Am 14. Juni hat Projektleiter Dr. Martin Messingschlager rund 120 Vertreterinnen und Vertretern der diözesanen Räte und der Berufsgruppen im Bistum Trier das Zwischenergebnis vorgestellt. Die endgültigen Ergebnisse werden im Juli vorliegen; nach den Sommerferien wird es eine weitere Beratung in dieser Gruppe geben, die dann auch in Voten für den Bischof mündet.

Positive Kommentierungen - kritische Rückfragen

Messingschlager stellte vor, wie das Institut die Rückmeldungen sowohl quantitativ (zahlenmäßig) wie auch qualitativ (inhaltlich) auswertet. Zwar sei dies nur ein Zwischenergebnis, so der Projektleiter, doch lasse diese Datenbasis bereits zu, Trends zu benennen. Insbesondere ließe sich schon jetzt sagen, zu welchen Themenfeldern es besonders differenzierte Rückmeldung gebe. Zudem zeige sich, dass es neben sehr spezifischen und konkret benannten Kritikpunkten „viel Unklarheit“ gebe. Die Arbeitsweise der zukünftigen Gremien stehe im Zentrum vieler kritischer Kommentare. Vielen Gremien fehlten genauere Beschreibungen der Aufgaben der neuen Gremien etwa der Synodalversammlung; auch das geplante Einkammersystem werde kontrovers diskutiert. Auch nach der Repräsentativität bei der Besetzung des Rates der Pfarreien und zur Zusammenarbeit der Gremien gebe es zahlreiche Fragen. Die Vermögensfragen seien als kritischer Punkt zu sehen, erläuterte Messingschlager, und würde als mögliche Ursache für zukünftige Auseinandersetzungen gesehen. Darüber hinaus gebe es auch generelle Kritik am Prozess oder an der Anhörung, die teilweise emotional geäußert würden. Zustimmung gebe es etwa zum Konzept der „Orte von Kirche“ und der stärkeren Einbindung von Laien in den Leitungsgremien der Pfarreien. Auch werde viel Verständnis geäußert für die Notwendigkeit der Veränderungen; oder der Raumzuschnitt werde positiv kommentiert.

 

Die derzeit arbeitenden Gruppen - hier Karin Müller-Bauer von der Gruppe 'Missionarische Teams und freiwilliges missionarisches Jahr - stellten ihre Überlegungen vor.

Einblicke in die Arbeit der Teilprozessgruppen

Im zweiten Teil der Beratungstagung am 15. Juni gaben die Teilprozessgruppen Inklusion, Familie in all ihrer Vielfalt, Liturgie, Katechese, Geistliche Zentren sowie Missionarische Teams und Freiwilliges Missionarisches Jahr Einblicke in den Stand ihrer Arbeit und nutzen die Gelegenheit, mit den Vertreterinnen und Vertretern der Gremien und Berufsgruppen in einen Austausch zu kommen. Zuvor hatten Dr. Daniela Mohr-Braun und Edith Ries vom Synodenbüro an die Grundlagen der Arbeit – das Synodendokument mit den vier Perspektivwechseln und den Weg zu einer missionarischen und diakonischen Kirche – erinnert. Die Ergebnisse der Arbeit übergeben die Gruppen im Herbst an die Bistumsleitung und damit zur Umsetzung ins Bistum. Am Ende des Treffens standen daher auch Hinweise für die Weiterarbeit im Sinne synodaler Beratungen und Entscheidungen.

Rita Schneider-Zuche vom Diözesan-Pastoralrat würdigte die hohe Beteiligung an der Anhörung. Zusammen mit den Ideen und Konzepten, die die Gruppen vorgestellt haben, zeige das „die Leidenschaft, den Weg der Kirche im Bistum Trier mitzugehen“. Professor Martin Lörsch vom Pastoralrat sagte, es sei wichtig, die weiteren Schritte der Entscheidung zu erfahren, und begrüßte es, dass die Räte erneut zusammen kommen werden, um die endgültigen Anhörungsergebnisse zu beraten und dem Bischof ein Votum zu übermitteln. Der synodale Weg, die gemeinsame Beratung, ist auch für Katholikenrats-Vorsitzenden Manfred Thesing sehr wichtig. Die Trends aus der Anhörung zeigten, „dass der überwiegende Teil der Befragten mitmachen möchte“. Für den Katholikenrat, der sich gegen das geplante Einkammersystem ausspricht, seien besonders die Endergebnisse zu dieser Frage spannend. Dass die Trends mit einem Einblick in die Arbeit zu Themen wie Liturgie oder Katechese verknüpft wurden, hält er für sinnvoll, „denn darum geht es ja“. Pfarrer Thomas Darscheid, Moderator des Priesterrates, lobte die sehr differenzierten Auswertungsmöglichkeiten, die sich in den Trends schon andeuten. Was er bislang gehört habe, decke sich vielfach mit der Rückmeldung, die der Priesterrat als anzuhörendes Gremien gegeben habe, etwa die Bitte um Konkretion. Er nehme kein grundsätzliches „Stopp-Signal“ wahr. Die Einblicke in die Arbeit der Teilprozessgruppen hätten ihm ein „beruhigendes Gefühl“ gegeben: „Da sind ganz viele innovative Sachen dabei.“

 

Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg spricht zur Versammlung.

Wie und wozu wollen wir Kirche sein?

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg zeigte sich sehr erfreut über die große Beteiligung an der Anhörung und die teilweise sehr differenzierten Rückmeldungen. Schon die Trends helfen, den weiteren Weg zu planen: „Gibt es Entscheidungen, die zwar schon getroffen sind, aber noch nicht genügend kommuniziert sind? Welche Themen und Ideen brauchen Konkretionen und dann auch Entscheidungen?“ Er betonte, noch sei nicht die Zeit, über Auswirkungen der Anhörungen auf den Gesetzesentwurf zu sprechen; dazu werde die Auswertung aller eingegangenen Rückmeldungen benötigt. „Bischof und Bistumsleitung nehmen die Anhörung ernst; wir wollen die Hinweise und Kritiken in die weiteren Entscheidungen einarbeiten.“ Nach einem weiteren Treffen mit den Gremien und Berufsgruppenvertretungen im August könne das Errichtungsgesetz fertiggestellt werden. Von Plettenberg kündigte an, dass mit dem Start der ersten Pfarreien der Zukunft im Januar verstärkt nicht nur über die Frage „Wie sind wir zukünftig Kirche?“ nachgedacht werden soll, sondern vor allem auch darüber „wozu wir Kirche sein wollen“. Denn sobald Gestalt, Aufbau und Organisation der Pfarreien feststehen, sollen die Pfarreien anhand des Rahmenleitbildes und den Konzepten zu den verschiedenen Themenfelder ihr pastorales Handeln entwickeln.  

Bischof Dr. Stephan Ackermann dankte den Frauen und Männer, die sich in den Gremien oder Berufsgruppenvertretungen engagieren, für ihre Zeit und das Engagement – „das nehme ich nicht als selbstverständlich“. Der hohe Rücklauf bei der Anhörung zeige: „Es ist Ihnen nicht egal, was mit dem Bistum und den Pfarreien geschieht“. Er nehme in den letzten Wochen viel Energie wahr und die „erfreuliche Diskussion“: „Wie stellen wir uns unsere Kirche vor? Was bedeuten die Veränderungen für das Christsein in der Gemeinschaft der Kirche?“ Zu dem Treffen waren Vertretungen aus Katholiken-, Diözesanpastoral-, Priester- und  Kirchensteuerrat sowie Dechanten und Frauen und Männer aus den im Bistum tätigen Berufsgruppen gekommen.

(JR)

Videoserie

Am 14. und 15. Juni 2019 sind Frauen und Männer aus den diözesanen Gremien und von Berufsgruppen zusammengekommen, um erste Trends aus der Anhörung über Gestalt, Aufbau und Organisation der Pfarreien der Zukunft zu hören und sich über den Stand der inhaltlich arbeitenden Gruppen zu informieren. Was sie gehört haben, schildern der Generalvikar und Vertretungen der Räte hier.

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