Zum Inhalt springen

Vortrag über den Umgang mit persönlichen Daten in der digitalen Welt:Die Zehn Gebote der Digitalen Ethik

„Wie können wir gut miteinander im Internet leben?“ fragte Petra Grimm bei der Auftakt-Veranstaltung zum neuen Programm der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum.
Prof. Dr. Petra Grimm von der Hochschule für Medien, Stuttgart
Datum:
27. Jan. 2017
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Saarbrücken – „Wie können wir gut miteinander im Internet leben?“ Dieser Frage ging Professor Dr. Petra Grimm am Donnerstagabend bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Programm der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Trier nach, zu der auch der Leiter der KEB, Thomas Berenz anwesend war. Grimm stellte vor rund 40 Zuhörern im Johannesfoyer in Saarbrücken ihre „Zehn Gebote der Digitalen Ethik“ vor, die sie mit Studenten der Hochschule für Medien, Stuttgart, dem Internetportal juuuport.de und der Deutsche Telekom Stiftung zusammen entwickelt hat.

„Digitale Ethik will eine wertebezogene Digitalkompetenz vermitteln, nicht nur die rein technische Kompetenz mit digitalen Medien umzugehen“, erklärte Grimm in ihrem Vortrag. Sie wolle darauf aufmerksam machen, was mit den Daten passiert, die jeder Nutzer online hinterlässt, wenn er beispielsweise bei google etwas sucht, oder bei facebook etwas postet. „Ich will bewusst machen, dass Daten gesammelt werden“, machte Grimm klar und führte weiter aus, dass diese Daten auch genutzt werden, „um vorherzusagen, was Sie in Zukunft machen und wie Sie sich verhalten.“

Als Beispiel für eine solche Vorhersage berichtete Grimm über den US-amerikanische Einzelhändler „Target“, der durch das Sammeln der Daten seiner Kunden die Schwangerschaft einer jungen Frau bestimmen konnte. Durch Abgleich mit anderen Daten erkannte das System, dass Frauen, die schwanger seien, „eher dazu neigten nicht parfümierte Lotion zu kaufen.“ Die junge Frau wurde deshalb im System als schwanger eingestuft und die online-Werbung für sie entsprechend angepasst. Laut Grimm sei es wichtig zu hinterfragen, welche Daten man an welcher Stelle preisgeben möchte.

Die „Zehn Gebot der Digitalen Ethik“ sollen Anhaltspunkte sein, zum Schutz der eigenen Privatsphäre, zur Kontrolle der persönlichen Selbstbestimmung und zum Schutz vor Missbrauch wie Mobbing oder Bloßstellung. „Private Daten sind Teil meiner eigenen Identität“, betonte die Professorin.

Der Vortrag fand im Rahmen des Programms „beziehung.macht.mensch“ der KEB statt. Zwei Jahre lang finden dazu verschiedene Vorträge und Veranstaltungen im Bistum Trier statt. Thomas Berenz, Leiter der KEB freute sich, das Programm mit einem Vortrag über den kritischen Umgang digitaler Beziehungen zu beginnen.

Professor Dr. Petra Grimm ist Leiterin des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule für Medien, Stuttgart.

Weitere Informationen zum Programm der KEB gibt es bei der KEB, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel.: 0651-7105-377; E-Mail: keb@bistum-trier.de.

Weitere Informationen zu den „Zehn Geboten der digitalen Ethik“ gibt es unter: http://www.digitale-ethik.de/beratung/10-gebote/

Dominik Holl