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St. Paulin in Trier feiert 60 Jahre Basilika-Titel und den Abschluss der Sanierung:Diese Kirche hat Bestand im Lauf der Geschichte

Doppelter Anlass zur Freude: Seit nunmehr 60 Jahren trägt die Kirche St. Paulin den vom Papst verliehenen Ehrentitel „Basilika minor“ und die Sanierungsarbeiten sind erfolgreich abgeschlossen.
Der Pfarrer von St. Paulin, Joachim Waldorf
Datum:
3. Sep. 2018
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Seit nunmehr 60 Jahren trägt die Kirche St. Paulin im Norden Triers, den vom Papst verliehenen Ehrentitel „Basilika minor“. Passend zu diesem Jahrestag sind außerdem umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Fassade des barrocken Bauwerks erfolgreich abgeschlossen. Die Kirchengemeinde hatte also gleich doppelten Anlass zur Freude und lud zum Festakt. Der Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert, Triers Baudezernent, Andreas Ludwig, und Dr. Konrad Wolf, rheinland-pfälzischer Minister für Wissenschaft, Bildung und Kultur, zählten ebenso zu den Festgästen wie Prof. Winfried Weber und Architekt Peter Berdi. Sie erläuterten in ihren Vorträgen die lange Geschichte des Gotteshauses sowie die Instandsetzungsarbeiten der vergangenen vier Jahre.

Die Bedeutung von St. Paulin weit über die Stadtgrenzen Triers hinaus ist durch zahlreiche historische Dokumente und das Zeugnis vieler Menschen belegt, die mit der Kirche Erinnerungen verbinden. Dementsprechend erhob Papst Pius XII. den Kirchenbau 1958 zur „Basilica minor“, was die Bedeutung für das Umland betont. Belegt wurde dies seinerzeit mit der Übergabe einer hochwertigen Urkunde. „Leider war trotz langer Suche diese Urkunde nicht mehr aufzufinden. Glücklicherweise ist es uns aber gelungen, von der Kurie in Rom eine gleichwertige Abschrift zu erhalten“, erklärte St. Paulins Pfarrer, Joachim Waldorf. Die neue Urkundenabschrift wurde den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern präsentiert. Ihre sichere Aufbewahrung soll oberste Priorität erhalten.

Dass St. Paulin weitaus größere Unglücke als den Verlust eines Schriftstücks überstehen kann, hat die Kirche schon mehrfach bewiesen. Schließlich ist der heutige barocke Bau nach den Plänen des Architekten Balthasar Neumann bereits die dritte Paulin-Kirche. Prof. Winfried Weber stellte die Geschichte des spätantiken Trierer Bischofs Paulin und die Auseinandersetzungen mit den Mächtigen seiner Zeit vor, die mit dem Exil in Kleinasien endeten. Erst nach seinem Tod wurde er rehabilitiert und rasch in Trier als Heiliger verehrt. Für seine sterblichen Überreste wurde im 4. Jahrhundert eigens eine neue Kirche mit Krypta errichtet. Dieses erste Gebäude fiel 1039 einem Brand zum Opfer. Das zweite, romanische wurde 1674 von Truppen des französischen Königs Ludwig IV. im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs gesprengt. Die dritte, barocke Kirche ist bis heute erhalten.

Doch dafür sind immer wieder Instandsetzungsarbeiten von Nöten. „Ungefähr alle 100 Jahre steht eine umfassende Sanierung an“, meinte Architekt Peter Berdi. Und 2014 war es erneut so weit. Mit der Sicherung eines Dachschmucks, einer sogenannten Vase, habe alles angefangen. Immer mehr Schäden seien dann entdeckt worden, die eine akute Sicherheitsgefahr darstellten. Und so gab es keine Alternative mehr zum großen Ansatz: Rund 1,9 Millionen Euro wurden in die Erneuerung investiert. Den größten Teil hat mit 60 Prozent dieser Kosten das Bistum Trier übernommen, Fördermittel von Land und Bund traten hinzu. Einen stattlichen Beitrag hat aber auch der Verein „Freunde und Förderer St. Paulin in Trier“ geleistet: 165 000 Euro wurden als Spenden bisher gesammelt. „Besonders erfolgreich war es, Patenschaften für einzelne Quadratmeter der Fassade zu verkaufen. Das brachte alleine 40 000 Euro“, berichtete Peter Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins.

Benefizkonzerte waren ein zweiter wichtiger Teil. Basilikachor und Vokalensemble sowie das Basilikaorchester unter Leitung von Volker Krebs bezeugten beim Festakt erneut, dass mit St. Paulin auch im musikalischen Bereich zu rechnen ist. So erklang unter anderem eine Komposition von Krebs‘ Vorgänger als Kantor, Joachim Reidenbach. Das mit den Stilmitteln der „neuen Musik“ gestaltete Stück „Der Herr ist mein Hirte“ stellte gesungene Passagen aus Psalm 23, gesprochenen Auszügen (Sprecherin: Barbara Ullmann) aus dem Buch Hiob gegenüber.

(red)