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26-jährige Kerstin Trierweiler wird im Herbst zur Gemeindereferentin beauftragt :Ein offenes und einladendes Bild von Kirche vermitteln

Kerstin Trierweiler wird im Herbst zur Gemeindereferentin beauftragt. Durch die guten Erfahrungen in ihrer Heimatpfarrei in Trier reifte dieser Entschluss.
Kerstin Trierweiler - Foto: Cüppers/Paulinus
Datum:
7. Aug. 2020
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Bleialf – „Kirche kann spannend und offen sein und sie ist mehr als der Sonntagsgottesdienst – dieses Bild würde ich gerne vermitteln“. Kerstin Trierweiler sitzt in ihrem kleinen Büro unterhalb der Pfarrkirche von Bleialf, einem 1.200-Seelendorf mitten in der Westeifel. Die sportliche 26-Jährige in Adidas-Jacke und Chucks könnte ebenso gut Sportstudentin sein – eine Ausbildung, mit der sie tatsächlich nach ihrem Abitur liebäugelte. Doch Trierweiler hat einen nicht ganz gewöhnlichen Berufsweg eingeschlagen: Sie hat sich sechs Jahre lang zur Gemeindereferentin ausgebildet und wird am 29. August in Trier von Weihbischof Jörg Michael Peters zu ihrem Dienst im Bistum beauftragt.

Nicht nur die Corona-Krise, sondern auch die Situation der gestoppten Strukturreform im Bistum bergen derzeit Unsicherheiten für die Seelsorge-Berufe. Doch strukturellen Vorgaben beispielsweise aus Rom seien das eine, die konkrete Pastoral (Seelsorge) vor Ort das andere, sagt Trierweiler. So hat die angehende Gemeindereferentin ihr Ziel klar vor Augen, durch ihre Arbeit ein einladendes und positives Bild von Kirche zu vermitteln: „Die Leute, die mit mir zusammenarbeiten, sollen wissen, dass ich jeden so ernst nehme, wie er ist. Dass es in der Gemeinde jemanden gibt, der offen ist, bei Problemen oder Anliegen zuhört und Hilfe anbietet.“

Ihr Berufswunsch fuße grundlegend auf den guten Erfahrungen in ihrer Heimatpfarrei in Trier, erinnert sich die junge Frau. Geboren und aufgewachsen im Stadtteil Mariahof, legte Trierweiler 2013 am Auguste-Viktoria-Gymnasium ihr Abitur ab. Anschließend entschied sie sich statt für ein Sportstudium zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), um sich über ihre weiteren Berufspläne klarzuwerden. Das FSJ, das von den Sozialen Lerndiensten im Bistum Trier begleitet wurde, absolvierte sie in einem Kinderhort im Stadtteil Heilig-Kreuz. „Im Laufe dieses Jahres ist mir dann klar geworden, dass ich den Weg zur Gemeindereferentin gehen will.“ Auch die Gespräche mit ihrem damaligen Pfarrer und der Gemeindereferentin hätten sie bestärkt, dass der Seelsorge-Beruf etwas für sie sein könne, erinnert sich Trierweiler. „Vor allem der Aspekt, dass ich ganz konkret mit den Menschen in den Pfarreien arbeiten wollte. So kannte ich das auch aus meiner Heimatpfarrei, wo ich jahrelang ehrenamtlich in der Jugendarbeit und dem Pfarrgemeinderat mitgewirkt habe, dass die Gemeindereferenten als Ansprechpartner da waren.

Trierweiler schrieb sich an der von fünf Bistümern getragenen Katholischen Hochschule in Mainz ein und studierte drei Jahre lang den Studiengang „Praktische Theologie“. Einer der Schwerpunkte: Religionspädagogik. Dazu gehörte auch ein Schulpraktikum an der Blandine-Merten-Realschule in Trier, bei dem Trierweiler bereits Erfahrungen für eine ihrer späteren Aufgaben sammeln konnte: den Religionsunterricht an Schulen. Nach dem ersten theoretischen Abschnitt ihrer Ausbildung folgte für sie dann der „praktische“ Teil in Gemeinden des Bistums Trier – zuerst als Jahrespraktikantin in Rhens am Rhein und dann als Gemeindeassistentin in Bleialf in der Eifel. „Schon in Rhens habe ich mich sehr wohl gefühlt – das ist eine schöne Gegend, da läuft viel, und ich hatte eine gute Mentorin.“

Als sie die Stelle in der Eifel zugewiesen bekam, sei sie schon gespannt gewesen, was da wohl in einer eher ländlichen Pfarreiengemeinschaft mit acht weitläufig verstreuten Pfarreien auf sie zukommen würde. „Aber ich habe mich hier gut eingelebt, und auch privat Kontakte neben der Arbeit geknüpft, etwa durch den Fußballverein, in dem ich mitspiele.“ Während es in Rhens viele Gruppen gegeben habe, die sich auf regelmäßiger Basis trafen, seien es in der Eifel eher engagierte Einzelpersonen, eine Vernetzung sei hier auch wegen der weiten Wege schwieriger. „Das würde ich gerne künftig für die Jugendarbeit auch auf Dekanatsebene mit den Kollegen verstärkt vorantreiben, dass wir uns noch besser vernetzen und mehr gemeinsame Angebote auf die Beine stellen“, zeigt sich Trierweiler motiviert. Ihr Schwerpunkt war in den letzten zwei Jahren die Firmvorbereitung. Während der Zeit des Shutdowns durch die Corona-Krise hielt Trierweiler Kontakt mit den Jugendlichen – sie telefonierte mit einigen, schickte in den sechs Sommerferienwochen Postkarten mit Impulsen und Fragen.

Ganz ungelegen kam die ruhigere Zeit ihr wiederum nicht: So konnte sie sich auf ihre Abschluss-Hausarbeit zum Thema Firmvorbereitung konzentrieren. Darin untersuche Trierweiler die Frage, wie eine Vorbereitung aussehen kann, die sehr eng an die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen anknüpft. „Es geht weniger darum, wie wir unser theologisches Wissen weitergeben können, sondern eher zu schauen, was den jungen Leuten gerade in ihrem Leben wichtig ist. Ich bin nicht diejenige, die den Leuten irgendwelche Glaubensgrundsätze vorsetzt, sondern die offen in ein Gespräch über Dinge kommen will, auch über Zweifel oder andere Ansichten.“ Der christliche Glaube und Kirche bedeuteten für sie vor allem, dass jeder seinen Platz finden könne, so wie er sei. „Diese Gemeinschaft, die es trotz allem bei Kirche noch gibt, und die weltweit Menschen verbindet, finde ich sehr wertvoll.“

(sb)