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ZDF überträgt am 3. Dezember Gottesdienst aus Andernach:Eine große Gemeinschaftsaktion

Jedes Jahr werden etwa 20 Fernsehgottesdienste in Deutschland ausgestrahlt. Am 3. Dezember überträgt das ZDF die Sonntagsmesse aus dem Mariendom in Andernach.
Elisabeth Meyer-Geisen (links) und Annette Weiß sind Freiwillige für die Hotline nach dem Fernsehgottesdienst.
Datum:
21. Nov. 2017
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Andernach – Auf die Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Andernach kommt etwas Großes zu: Am 3. Dezember um 9.30 Uhr wird ein Gottesdienst aus der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, besser bekannt als Mariendom, live im ZDF übertragen. Mehr als 130 Freiwillige sind neben den Hauptamtlichen involviert, damit die 45-minütige Übertragung reibungslos funktioniert. Ehrenamtliche unterstützen das Projekt in den Bereichen Auf- und Abbau, Catering und Telefondienst.

Fast 30 Frauen und Männer informieren sich über die Mitarbeit am Telefon. Im Anschluss an die Ausstrahlung bietet das ZDF Zuschauerinnen und Zuschauern diesen Service an. „Danke, dass Sie sich auf das Experiment einlassen“, begrüßt Pfarrer Stefan Dumont die Interessierten. „In den ersten zwei bis drei Stunden werden die Telefone ununterbrochen klingeln“, weiß Martin Korden, von der Katholischen Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz. Die Leitungen sind von etwa 10 bis 19 Uhr freigeschaltet. Innerhalb dieser Zeitspanne wählen durchschnittlich 3000 bis 4000 Anruferinnen und Anrufer die Nummer; etwa 500 kommen durch.

Ziel dieses Telefonangebots, das die jeweiligen Gemeinden übernehmen, ist ein pastorales Angebot zu schaffen. „Sie stellen die Gemeinde dar. Es ist so, als würden Sie gemeinsam mit den Mitfeierenden Zuhause nach dem Gottesdienst aus der Kirche treten und kurz darüber sprechen. Sie sorgen für diesen Kontakt“, erklärt Korden. Im Schnitt schauen 500.000 bis eine Millionen Menschen in Deutschland die Übertragung. Immer mehr entscheiden sich für den Livestream im Internet. Der Altersdurchschnitt liegt bei den Zuschauern bei 71 Jahren, informiert der kirchliche Redakteur Korden. „Davon können viele nicht mehr zum Gottesdienst gehen, weil sie krank sind oder weil in ihrer Nähe keine Sonntagsmesse stattfindet.“

Der Fachmann nimmt den Anwesenden einige Bedenken: „Sie sprechen für die Gemeinde, nicht für die katholische Kirche. Sie müssen also nichts Besonderes wissen. Sie sollten einfach einen guten Willen mitbringen und zuhören.“ Die meisten Anrufer seien sehr froh und dankbar. Einige nutzten jedoch auch den Gottesdienst als eine Art Aufhänger, um mit Jemanden über ihre Sorgen zu sprechen. „Es rufen viele einsame Menschen an.“ Zudem käme es gelegentlich zu Verwechselungen. „Wir sind nicht die Telefonseelsorge. Machen Sie dem Anrufenden klar, dass er mit einem Gemeindemitglied spricht, von dem er oder sie keine theologische, psychologische oder gar medizinische Fachkompetenz erwarten kann.“ Es gebe zudem viele Zuschauerinnen und Zuschauer, die gerne die Predigt geschickt haben möchten, Informationen über die Kirche wünschen oder Fragen zur musikalischen Gestaltung haben.

Korden spielt an diesem Schulungsabend einige nachgestellte Beispiele ab und erklärt, wie man auf Wünsche, wie „Bitte beten Sie für mich“, reagiert. Oftmals gebe es im nächsten Gottesdienst eine Fürbitte für die Anruferinnen und Anrufer, dies könne man den Anrufenden dann mitteilen. Einige möchten direkt mit dem Pfarrer sprechen. „Daher vereinbaren wir mit den Ortspfarrern immer eine eigene Sprechstunde, ein oder zwei Tage nach der Ausstrahlung.“

Annette Weiß ist Lektorin und Kommunionhelferin in der Pfarreiengemeinschaft und erklärt: „Für mich ist das ein Dienst am Menschen, daher bin ich heute hier.“ Für Elisabeth Meyer-Geisen, die Mitglied im Pfarrgemeinderat in der Gemeinde St. Stephan und darüber hinaus im Pfarreienrat vertreten ist, sei es eine Art, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Ich konnte mir vor diesem Schulungsabend gar nicht vorstellen, warum solch ein Telefonangebot notwendig ist“, gibt sie zu. Das habe sich jetzt geändert und sie sei froh, sich hier zu engagieren. Daneben kümmert sie sich mit weiteren Ehrenamtlichen um das Catering und ihre Kinder werden als Messdiener im Fernsehen zu sehen sein. „Die 20 Messdiener kommen aus allen sieben Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Andernach“, erklärt sie. Die Gemeinden wüchsen so langsam zu einer Gemeinschaft zusammen und der Gottesdienst sei eine große Gemeinschaftsaktion. „Es ist eine schöne Aktion, um zusammenzuwachsen.“

Die Gemeindemitglieder sind am 3. Dezember ab 10 Uhr unter Tel.: 0700-14141010 zu erreichen. Der Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 6,3 Cent/min. Mobilfunknetze können abweichen. Pfarrer Dumont lädt alle Interessierten zum Mitfeiern des Gottesdienstes am 3. Dezember in den Mariendom ein. Um 9.10 Uhr gibt es eine kurze Einweisung in die Besonderheiten der Live-Übertragung.

(jf)