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Katholikenrat im Bistum Trier besucht Gemeinwesenarbeit in Friedrichsthal:Eine lebendige Caritas vor Ort

Zum Thema Familienarmut ließ sich der Katholikenrat im Bistum Trier heraus rufen. Vertreter besuchten die Gemeinwesenarbeit der Caritas in Friedrichsthal.
(vlnr): Elisabeth Junk, Werner Hubertus, Bürgermeister Rolf Schultheis, Mahabad Habash, Rainer Engbarth
Datum:
21. Sep. 2017
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Friedrichsthal – „Unsere Motivation war es, dahin zu gehen, wo unsere Leute sind, dort wo die Menschen am Rand der Gesellschaft leben. Wir sind hier genau da, wo wir mit der Synode hinwollen“, sagte Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Trier. Zusammen mit den Mitgliedern des Sachausschusses Gesellschaft und Soziales des Katholikenrates hat er sich heraus rufen lassen und die Gemeinwesenarbeit (GWA) der Caritas in Friedrichsthal besucht. Im Fokus des Sachausschusses steht in diesem Jahr das Thema „Familienarmut.“

Die Mitglieder des Rates erfuhren von Mitarbeitern der Caritas, aber auch von den Menschen, die in Friedrichsthal leben, welche Arbeit die Caritas hier seit 40 Jahren insbesondere für die Familien leistet. Elisabeth Junk, die ehemalige Sprecherin der Bewohnervertretung des Wohngebiets Am Kolonieschacht in Friedrichsthal erzählt dankbar von der Hilfe, die sie und andere Familien durch die Caritas erhalten haben. „Viele Häuser hatten gar keine Toiletten, oder nur draußen“, erzählt sie. „Im Sommer sind die Maden über die Straße marschiert, und die Stadt hat gesagt, sie können keine Toiletten in den Häusern installieren, weil die Kanalisation dafür nicht ausgelegt sei.“ Gemeinsam mit der Caritas hat Junk nochmals bei der Stadt nachgehakt und schließlich hat sich etwas getan: Es wurden Toiletten in den Häusern installiert.

Später verlagerte sich die GWA der Caritas vom Kolonieschacht in die Feldstraße. „Der Kolonieschacht war damals ein instabiles Wohngebiet. Das ist die Siedlung heute nicht mehr“, sagt Werner Hubertus, Projektleiter der GWA über die Erfolge der GWA. In der Feldstraße wurde Rainer Engbarth zum Mittler zwischen den Menschen und der Caritas. „Die Leute kamen zu mir und haben gefragt, ob ich nicht zur Caritas gehen könnte, damit die bei der Stadt fragen können, wie es um die Sanierung ihrer Häuser steht“, berichtet er. Auch hier konnte die Caritas etwas erreichen. Nach und nach wurden die Fenster und Türen der Häuser saniert. Aber die Bewohner machen auch vieles selbst. So gibt es eine Männergruppe, die sich um einen Spielplatz kümmert, wenn dort zum Beispiel etwas repariert werden muss. Sie organisieren außerdem ein Sommerfest und von den Einnahmen veranstalten sie Ausflüge für Familien oder kaufen neue Spielgeräte für den Spielplatz.

Mittlerweile sind es nicht mehr nur spezielle Gebiete in Friedrichsthal, in denen die Caritas aktiv ist. „Wir haben irgendwann unsere Sozialberatung in die Feldstraße verlegt, weil wir gemerkt haben, dass wir Zulauf aus der ganzen Stadt bekommen“, so Werner Hubertus. Wichtigstes Ziel der GWA Friedrichsthal ist dabei nach wie vor die Bekämpfung von Familienarmut.

„Die Caritas ist hier keine Behörde mit festen Strukturen, sondern lebendig“, lobte Thesing die Arbeit der GWA. „Ich finde es bewundernswert, wie die Caritas hier arbeitet.“ Nach ihrem Besuch in Friedrichsthal will der Katholikenrat einen Beschluss zum Thema Familienarmut fassen und damit auf die Politik zugehen. „Familienarmut nimmt immer mehr zu. Es gibt Dinge, von denen sich die Politik nicht verabschieden darf.“

Dominik Holl