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Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier wählt neuen Aufsichtsrat:Fachkräftemangel ist Mammutaufgabe der nächsten Jahre 

Der Fachkräftemangel und die Veränderungen durch das Kita-Gesetz waren Thema bei der Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier.  
Der Aufsichtsrat der katholischen Kita gGmbH mit der scheidenden Vorsitzenden Mechthild Schabo (3.v.l.) und dem neuen Vorsitzenden Matthias Struth (4.v.r.)
Datum:
28. Sep. 2023
Von:
Simone Bastreri

Trier – Themen wie der immer eklatanter werdende Fachkräftemangel und die Veränderungen durch das Kita-Gesetz in den Einrichtungen sowie Personalwechsel und Wahlen des Aufsichtsrates haben die 24. Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier am 27. September im Robert-Schuman-Haus Trier geprägt.  

Jährlich kommen hier die Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH – also die Kirchengemeinden sowie das Bistum Trier als Mehrheitsgesellschafter – zusammen, um Bilanz zum vergangenen Jahr zu ziehen und Einblicke in die aktuelle Arbeit des größten Kita-Trägers der Region zu geben. 13.367 Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schulalter in 151 Einrichtungen bietet die katholische Kita gGmbH Trier, davon 568 für unter Zweijährige, 12.769 für Kinder ab zwei Jahren bis zum Schulalter und 30 für Schulkinder. Die 3.784 Mitarbeitenden der Kita gGmbH sind fast ausschließlich Frauen (94 Prozent), wovon über die Hälfte in Teilzeitmodellen arbeitet.  

Fachkräftemangel und Realität der Familien 

„Die Mitarbeitenden sind unser höchstes Gut, durch ihr persönliches Engagement, ihre Flexibilität und viel guten Willen können wir überhaupt erst unserem Auftrag gerecht werden“, betonte Geschäftsführer Konrad Berg bei seinem Einblick in den Alltag der Einrichtungen. Der Bedarf der Familien an Plätzen mit Betreuung über Mittag steige stetig, inzwischen biete die Kita gGmbH zu knapp 90 Prozent Ganztagsplätze. Und das, obwohl das Kita-Gesetz in Rheinland-Pfalz erst 2021 eingeführt wurde und durch den Rechtsanspruch auf sieben Stunden durchgehende Betreuung mit Mittagessen in vielen Einrichtungen Schlaf- und Essensräume nachgerüstet werden müssten. Doch der gesetzliche Anspruch bilde immer noch nicht die realen Bedürfnisse von rund Dreiviertel der Familien ab, die acht oder mehr Stunden Betreuungszeit bräuchten. 

Geschäftsführerin Cordula Scheich ging auf den seit Jahren existierenden Fachkräftemangel ein und zeigte Konsequenzen für Mitarbeitende auf: „Uns fehlen konstant etwa 200 Kräfte – so viele Stellen haben wir derzeit ausgeschrieben. Dem gegenüber erleben wir immer mehr Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, mehr Kinder mit Autismus-Ausprägungen, Kinder, die Aggressionen entwickeln und auch schon mit Stühlen durch die Gegend werfen oder in schlimmen Fällen unsere Mitarbeiterinnen angreifen. Es wundert nicht, dass das zu Belastungssituationen und mitunter hohen Krankenständen und auch langen Krankschreibungen führt. Einige verlassen den Beruf sogar ganz. Und da sind wir genauso betroffen wie kommunale Kitas“. Über flexible Arbeitszeitenmodelle, ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement, Vergünstigungen etwa bei Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Kooperationen mit Fitnessstudios wolle man sich als Arbeitgeber weiter profilieren. Eines der größten Qualitätsziele sei für den Träger, ausreichend Fachpersonal für die Kitas zu bekommen, um Mehrbelastungen der Mitarbeitenden zu senken. 

Personalwechsel im Aufsichtsrat

Matthias Struth ist neuer Vorsitzender der Kita gGmbH Trier

Bei der Gesellschafterversammlung stand zudem ein Personalwechsel im Aufsichtsrat der gGmbH an: Nach acht Jahren wurde Mechthild Schabo aus dem Amt der Vorsitzenden verabschiedet. Durch eine Neustrukturierung der Organisation im Bischöflichen Generalvikariat ist sie nun Leiterin des Bereichs „Seelsorge und Kirchenentwicklung“. Ihr folgt Matthias Struth, neuer Leiter des Bereichs „Kinder, Jugend und Bildung“. Der 52-Jährige frühere Diözesanjugendpfarrer und Leiter der Abteilung Jugend betonte, er freue sich auf die neue Aufgabe und habe in seiner Zeit in der Pfarrseelsorge schon viele Berührungspunkte mit Kitas gehabt. Sie seien systemrelevante Orte von Kirche, wo hervorragende Arbeit geleistet werde. Mechthild Schabo verglich bei ihrer Dankesrede die katholische Kita gGmbH mit einem „großen Räderwerk“ aus vielen gut funktionierenden Rädchen, das sich für die „ganz Kleinen“ drehe. Kitas seien der Ort, an dem Kirche Kindern und ihren Familien begegnen und deren Realitäten erleben könne – „wertschätzend und solidarisch“. Dabei stünden die drei Kita gGmbHs im Bistum vor großen Herausforderungen, gerade in Krisenzeiten der Kirche. „Aber ich versichere Ihnen, die Rückendeckung des Bistums ist da.“  

Bei der Wahl der Gesellschafter-Vertreter aus dem Kreis der Kirchengemeinden stellten sich Ralf Olk (58), Ursula Steuer (52) und Hermann Sonnen (65) zur Wiederwahl und wurden in ihrem Amt bestätigt. Weitere vom Bistum bestimmte Aufsichtsratsmitglieder sind Matthias Struth, Georg Binninger und Angela Thelen, die jeweils im Bischöflichen Generalvikariat und im Caritasverband Trier die Abteilung Kindertagesstätten leiten.  

Informationen gibt es unter: www.kita-ggmbh-trier.de