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Katholische Kirche lädt zu Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs ein:Gedenkort mahnt zum Hinschauen

Die katholische Kirche lädt zum Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. In Trier wird der Gedenkort im Durchgang vom Dom zur benachbarten Liebfrauenkirche eingerichtet.
Datum:
8. Nov. 2021
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier/bistumsweit – Wie in den vergangenen Jahren lädt die katholische Kirche weltweit zu einem Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs ein. Die Anregung geht auf Papst Franziskus zurück. Der Gebetstag findet in zeitlicher Nähe zum „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ (18. November) statt, der vom Europarat initiiert wurde. In diesem Jahr wird empfohlen, den Gebetstag in den Tagen zwischen dem 33. Sonntag im Jahreskreis (14. November 2021) und dem Christkönigsfest (21. November 2021) zu begehen.

Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes ist, ermutigt Pfarrgemeinden und Verbände, den Gebetstag erneut zu nutzen: „Das Thema sexueller Missbrauch lässt uns nicht los. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber den Betroffenen sexueller Gewalt im kirchlichen Kontext. Es ist gut, dass wir in den vergangenen Jahren sichtbare Schritte der Aufarbeitung auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und der Bistümer gegangen sind.“

Gleichzeitig, so Bischof Ackermann, sei es ein gutes Zeichen, Räume für das Gebet zu öffnen und der Trauer und dem Schmerz Raum zu geben. „Das Gebet soll nicht von der Aufarbeitung ablenken, aber für uns als Christinnen und Christen gehört das Gebet dazu: die Bitte um Vergebung, die Bitte um Stärkung, die Bitte um Zuversicht. Ganz bewusst laden wir mit dem jetzigen Gebetstag ein, auf die Kraft des Gebetes zu vertrauen. Denn es gibt Situationen, in denen wir mit unseren Möglichkeiten an Grenzen stoßen.“ Bischof Ackermann würdigt die verschiedenen Initiativen in Pfarrgemeinden, die einen Ort der Erinnerung eingerichtet haben: „Davon wünsche ich mir noch mehr, damit das Geschehene nicht vergessen wird und ein solcher Ort uns mahnt, hinzuschauen und präventiv zu handeln. Solche Orte des Gedenkens, der Trauer und der Stille können helfen – und auch zum Gebet einladen.“ Mit dem Gebetstag solle ein bewusstes Zeichen für die Anerkennung des Leids und Solidarität mit jenen Menschen gesetzt werden, so Bischof Ackermann.

Der Gedenkort im Bistum Trier befindet sich wie im vergangenen Jahr im Durchgang zwischen der Dom und der Liebfrauenkirche und ist dort vom 13. November an für etwa eine Woche zugänglich. Anregungen zur Gestaltung des Gebetstags bietet die Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt unter https://www.bistum-trier.de/hilfe-soziales/hilfe-bei-sexualisierter-gewalt/europaeischer-kinderschutztag/ an.

(red/JR)