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50 Jahre Cusanus-Haus: mehr als nur Wohnheim für internationale Studierende :Geist der Offenheit ist spürbar

Das Cusanus-Haus in Saarbrücken hat 50-jähriges Bestehen gefeiert. Seit seiner Gründung ist das Haus am Saarufer Heimat für Studierende aus aller Welt.
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Ansprache vor der neuen Gedenktafel
Datum:
27. Sep. 2016
Von:
Bischöfliche Pressestelle
Saarbrücken – Offen sein gegenüber dem Anderen, auch wenn er anders denkt, anders glaubt – schon der mittelalterliche Gelehrte Nikolaus von Kues machte sich für diese Haltung stark. Nicht zufällig trage das Cusanus-Haus, das internationale Studierenden-Wohnheim in der Saarbrücker Saaruferstraße, den Namen dieses Kardinals. Davon zeigte sich die saarländische Ministerpräsidenten Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer Festrede am 24. September zum 50-jährigen Bestehen des Hauses überzeugt. So wie der Theologe für eine offene Denkhaltung plädierte, so sei auch im Cusanus-Haus dieser Geist präsent. Studierenden aus zahlreichen Ländern der Welt bot das Cusanus-Haus im Laufe der 50 Jahre eine Wohnung. Derzeit leben dort 131 Männer und Frauen aus 33 Nationen. Unter ihnen sind neben 74 Christen auch 18 Muslime und 36 Bewohner ohne Religionszugehörigkeit. „In all den Jahren ging es meist friedlich zu. Und wenn es doch einmal Streit gab, ist mir nicht bekannt, dass dabei jemals die Religion eine Rolle gespielt hätte“, berichtete Karl Josef Wendling während eines Festgottesdienstes in der Kapelle der Marienschule. Als Pfarrer der Gemeinde St. Jakob war er lange Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft des Cusanus-Hauses tätig und kam so mit vielen der studentischen Bewohner in Kontakt. Vor rund 30 Jahren sei außerdem der damalige  Hochschulgeistliche nicht nur auf dem Uni-Campus, sondern regelmäßig auch in der Kapelle des Wohnheims mitten in der Stadt mit spirituellen Angeboten präsent gewesen. Wendling äußerte sein Bedauern, dass es heute weder die Kapelle noch einen ausschließlich für die Hochschule zuständigen Priester gebe. Sicher wäre im Sinne des geistigen Vaters des Wohnheims, Dr. Peter Jung, diese Aktivitäten wiederzubeleben, zeigte Wendling sich überzeugt. Anfang der 1960er regte Jung in seiner damaligen Funktion als Hochschulpfarrer die Gründung eines solchen Hauses mitten in der Innenstadt an. 1964 kam es zur Grundsteinlegung in der Saaruferstraße, ein seinerzeit geschaffener Verein hat bis heute die Trägerschaft inne. Zum Gedenken an den 1987 verstorbenen Priester wurde beim Festakt im Veranstaltungssaal des Cusanus-Hauses eine Gedenktafel vorgestellt. Manch Umbrüche und turbulente Zeiten mussten das Gebäude und seine Bewohner überstehen. Bernd Quirin rief als Vorsitzender des Trägervereins „Internationales Studierendenwerk Cusanus-Haus“ einige Eckpunkte in Erinnerung: die ersten Jahre mit strenger fast klösterlicher Hausordnung, der Einzug der ersten Frauen ins Haus im Jahr 1968 und die Studentenunruhen im gleichen Jahr, bei denen nach einer gewaltsam aufgelösten Demonstration in der Innenstadt die Erstürmung des Gebäudes nur knapp verhindert werden konnte. Finanzielle Herausforderungen galt es Anfang der 2000er Jahre zu meistern. Umbauten und Sanierungen mussten immer wieder in Angriff genommen werden. Als ehemaliger studentischer Mieter wusste Quirin aber auch manche Anekdote zu erzählen. Wie das Feierabend-Bier mit Hausmeister Backes, der stets über alle Beziehungen der Bewohner Bescheid gewusst habe. Internationale Freundschaften und auch so manche Ehe hätten ihren Anfang im Cusanus-Haus genommen. red