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Christustage in Quierschied:„Gemeinsam Freude am Glauben erfahren“

Bis Ostersonntag finden in der Pfarrei Quierschied St. Barbara die Christustage statt. 20 Jugendliche der Laienbewegung Regnum Christi wollen gemeinsam die Freude am Glauben teilen.
20 Jugendliche des Regnum Christi und ebensoviele Messdinerinnen und Messdiener der Pfarrei beim Gruppenfoto mit Bischof Ackermann und den Patres des Ordens der Legionäre Christi.
Datum:
28. März 2024
Von:
Ute Kirch

Quierschied – „Bis Ostersonntag ist Quierschied das Herz der katholischen Kirche in Deutschland“, scherzt Bischof Stephan Ackermann, als er am Mittwochabend, 27. März, in der voll besetzten Kirche Maria Himmelfahrt die 9. Christustage mit einem Gottesdienst eröffnete. Diese finden zum ersten Mal im Bistum Trier statt. 20 Jugendliche der katholischen Laienbewegung Regnum Christi (lateinisch: Reich Christi) sind aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands – von Bad Münstereifel bis Altötting – ins Saarland gekommen, um gemeinsam mit der Pfarrei St. Barbara Quierschied die Karwoche zu feiern. In dieser Zeit wollen sie gemeinsam die Liturgie dieser Tage gestalten. Darüber hinaus gibt es ein Programm für alle Altersgruppen.

„Wir wollen die Freude am Glauben erfahren und teilen“, sagen die Jugendlichen. Die Vorfreude auf die kommenden Tage ist bei allen deutlich zu spüren. „Es ist schön, die Lebendigkeit in der Gemeinde zu sehen und die Verbundenheit in Christus zu spüren“, sagt der 15-jährige Elias aus Freiburg. Josef (18) aus Altötting freut sich darauf „den Glauben zu verbreiten, zu missionieren und mit euch eine gute Zeit zu verbringen“.

Neuer Schwung für Glaubensleben

Pontifikalamt in der Kirche Maria Himmelfahrt in Quierschied.

Seit 1. Januar ist die ehemalige Pfarreiengemeinschaft zur neuen Pfarrei St. Barbara fusioniert. „Ich freue mich, dass Sie die Neugründung Ihrer Pfarrei nicht nur strukturell sehen, sondern daraus neuen Schwung holen für den Glauben und die Gemeinde und sich auf das besinnen, wozu wir als Christen gesandt sind“, sagt Bischof Ackermann in seiner Predigt. Die Christustage erinnerten ihn an seine Jugend in Nickenich, als er gemeinsam mit anderen Jugendlichen die Karwoche als Gelegenheit nutzte, tiefer zu verstehen, was Christen an Ostern feiern. Neben der Feier und Gestaltung der Gottesdienste beteten und meditierten sie, setzten sich intensiv mit den Tagen vom Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi auseinander. Darüber hinaus trafen sie sich zu Nachwanderungen und anderen Aktionen. „Wahrscheinlich wäre ich nicht Priester geworden ohne diese intensiven Tage, die mich geprägt haben“, sagt Ackermann.

Gemeinsam mit Jugendlichen der Pfarrei haben die Gäste am Mittwoch bereits die Kita St. Paul sowie zwei Altenheime in Quierschied und Fischbach besucht. Beim gemeinsamen Pizza-Essen und Kegeln konnten sich die jungen Christinnen und Christen bereits näher kennenlernen – untergebracht sind sie bei Gastfamilien aus der Pfarrei. Ein Teil der Gruppe war zu Hausbesuchen in den Straßen Quierschieds unterwegs. Darunter auch die 16 Jahre alte Avena aus der Nähe von Stuttgart. „Zwar waren viele Menschen nicht zu Hause, da es ein normaler Arbeitstag war, aber alle, die uns geöffnet haben, waren freundlich“, erzählt sie. Die Kontaktaufnahmen an den Haustüren seien nicht der Ort für Glaubensgespräche, niemand solle damit überrumpelt werden. „Wir verteilen unser Programm und laden dazu ein, zu den Gottesdiensten und anderen Aktionen dazuzukommen.“ Nur zwei Leute hätten gesagt, kein Interesse zu haben. „Aber die restlichen 20 haben uns zugehört und das Programm genommen.“

In den kommenden Tagen stehen weitere Haus- und Altenheimbesuche, die Verteilung der Krankenkommunion, ein Kinderbibelnachmittag sowie die Feiern der Heiligen Tage mit Gründonnerstagsliturgie, Bußgang und Kreuzweg an. „Am Karfreitag ist Filmabend im Pfarrheim Fischbach, wo wir einen christlichen Film schauen werden. Hierzu sind alle eingeladen“, sagt Gemeindereferentin Franziska Hackenspiel. Am Samstag wird die Gruppe einen Ausflug nach Saarbrücken unternehmen. Höhepunkt ist die Feier der Osternacht mit anschließender Osterparty in Fischbach sowie das Hochamt am Ostersonntag.

Kontakt entstand in Rom

Bischof Ackermann segnet die Kreuze der Jugendlichen.

Der Kontakt zur Laienbewegung sei 2022 während einer Ministranten-Wallfahrt in Rom entstanden, erzählt Pfarrer Johannes Kerwer. Die Gruppe aus dem Saarland war zu einer Anbetung mit anschließendem Abendessen von Regnum Christi eingeladen. „Die dortige Stimmung hat die Jugendlichen angesprochen. Am Ende meinten viele, dies sei der Höhepunkt der Fahrt gewesen“, erinnert er sich. So entstand die Idee, Regnum Christi ins Saarland einzuladen.

Begleitet werden die Jugendlichen von Patern des Ordens der Legionäre Christi. Die Ordensgemeinschaft hat einen Schwerpunkt in der Kinder-, Jugend- und Familienseelsorge und ist in katholischen Bildungseinrichtungen tätig. „Es ist schön, mit Jugendlichen zu arbeiten und ihre Freude und Kraft für die Kirche zu spüren. Kirche ist auch jung, Kirche hat Zukunft“, sagt Pater Martin. Diese Erfahrung wolle man auch mit Pfarreien deutschlandweit teilen. Als Zeitpunkt für die Christustage sei bewusst die Karwoche gewählt worden: „In der Karwoche richten wir den Fokus auf Jesus. Das wollen wir als Kirche auch versuchen. Wir sehen, was uns am Glauben begeistert, wenn wir auf den Herrn schauen.“