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Bischof Ackermann hat 59 Lehrerinnen und Lehrern die Missio Canonica erteilt:Gottes Zusage „Ich bin mit dir!“ an junge Menschen weitergeben

Bischof Dr. Stephan Ackermann erteilt 59 Lehrerinnen und Lehrern die Missio Canonica (die bischöfliche Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht)
Gruppenfoto im Domkreuzgang
Datum:
15. Apr. 2024
Von:
Christine Cüppers

Trier – Am 13. April, dem zweiten Tag der Heilig-Rock-Tage, haben 59 Frauen und Männer im Trierer Dom die Missio Canonica, die bischöfliche Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht, erhalten. Die Lehrerinnen und Lehrer, so Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Begrüßung, erfüllten den Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gegeben hat: Die Botschaft vom Reich Gottes in die Welt zu tragen.

Die Feier der Missio-Übergabe im Rahmen des Trierer Bistumsfestes falle in die österliche Zeit, in der an den Ursprung des Impulses erinnert werde, vom Leben Jesu zu berichten, so Ackermann. Die Jünger hätten über das sprechen müssen, was sie mit Jesus erlebt, und was sie von ihm gehört hatten. Selbst als ihnen verboten wurde, weiter darüber zu berichten, hätten sie nicht schweigen können. „Auch Sie als Religionslehrer sollen das, was Sie von Jesus gehört und in ihrem Leben erfahren haben, mit denen teilen, die ihnen anvertraut sind“, lud der Bischof die katholischen Lehrerinnen und Lehrer ein.

„Mit Dir” ist Zusage und Auftrag

Bischof Ackermann bei der Predigt.

In seiner Predigt stellte Ackermann die Bedeutung des diesjährigen Mottos der Heilig-Rock-Tage als Zusage Gottes dar. Den Juden in der babylonischen Gefangenschaft habe Gott durch den Propheten versichert: „Ich bin mit dir, ich bin dein Gott!“ Immer wieder sei diese Zusage wiederholt und bekräftigt worden, auch im Neuen Testament etwa durch Jesu Worte an die Jünger: „Ich bin mit euch bis ans Ende der Welt“. Mit dieser Zusage aber verbinde sich auch ein Auftrag an die Menschen, erläuterte der Bischof: Sie sollen aufbrechen, sich aufmachen. Gott wolle nicht ohne die Menschen die Welt retten, die Schöpfung bewahren und Gerechtigkeit schaffen. Er setze auf deren Mitwirken. Die „Pädagogik Gottes“ bestehe gerade darin, dass er die Menschen durch sein großes Zutrauen rette. „Genau das bedeutet Segen: Das Vertrauen in andere setzen. Und wie viel hängt an diesem Vertrauen – auch und gerade im Umgang mit jungen Menschen“, betonte Bischof Ackermann.

Eine große Ressource besonders für Religionslehrer sehe er darin, dass Gott denen besonders viel zutraue, denen die Gesellschaft wenig zugetraut wird. Am Beispiel von Mose, David oder – wie im Evangelium berichtet – der ängstlichen Apostel auf dem See bleibe Gott bei seinem „Ich bin bei dir!“. Im Umgang mit Schülerinnen und Schülern hätten die Religionslehrer die wichtige Rolle, immer wieder auf die Stärken von Kindern und Jugendlichen hinzuweisen, sie niemals aufzugeben.

Botschaft Gottes in den Alltag der Schülerinnen und Schüler übertragen

Blick in den Dom

Diese Erfahrung hat Nina Pöchhacker selbst im Religionsunterricht machen dürfen. „Mein damaliger Religionslehrer hat maßgeblichen Einfluss daran, dass ich das Fach studiert habe und jetzt selbst Religion unterrichte“, berichtet die Berufsschullehrerin aus Neunkirchen. Sie sei immer schon in der Kirche engagiert gewesen, habe auch mit fünf Jahren schon ihrer Mutter gesagt, dass sie Lehrerin werden möchte. „Aber es hat fast 30 Jahre gedauert, bis ich dieses Ziel erreicht habe“, erzählt Pöchhacker, die vor ihrem Abitur und dem Studium eine Ausbildung absolviert hatte. Ihre Schülerinnen und Schüler mit „sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Hintergründen“ wolle sie positive Eindrücke von der Kirche vermitteln.

Genauso wie Reha Silvia Lauxen, Grundschulleiterin in Wallersheim, und Fabien Pascal Rogawski, Realschullehrer aus Koblenz. Es sei ihr ein großes Anliegen, den Kindern in der Grundschule den Kontakt zur Kirche zu vermitteln, der heute längst nicht mehr so selbstverständlich sei, erklärt Lauxen. „Dabei geht es mir darum, den Erstklässlern, die ich unterrichte, Gott als liebenden Gott vorzustellen.“ Für die Werte der Kirche, die ihm selbst sehr wichtig seien, will Rogawski bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein wecken. Er sehe seine Aufgabe darin, die Botschaft Gottes in den Alltag der Schüler zu übertragen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und sie einzuladen, sich auf das Thema Kirche „als kulturelles Gut und Erfahrungsschatz“ einzulassen.

Informationen und Ansprechpartner*innen rund um die bischöfliche Lehrerlaubnis Missio canonica gibt es auf https://t1p.de/bistum-trier-missio-canonica.