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Bitburgerin wird mit 59 Jahren Gemeindereferentin:Herzensangelegenheit erfüllt

Edith Hilden aus Bitburg wird am 3. September im Trierer Dom als Gemeindereferentin beauftragt.
Foto: Christine Cüppers/Paulinus Wochenzeitung
Datum:
22. Aug. 2022
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Bitburg – Mit 59 Jahren noch einmal Berufsanfängerin sein? Edith Hilden aus Bitburg hat dieses Abenteuer gewagt und wird am 3. September im Trierer Dom als Gemeindereferentin beauftragt. Für die gelernte Bankkauffrau ist dieser Beruf eine Herzensangelegenheit, die sie in der Pfarrei St. Matthias Südliche Eifel mit Dienstsitz in Bettingen ausüben wird.

Mehr als 35 Jahre hat Edith Hilden bei der Volksbank Eifel in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet; parallel dazu war sie schon seit jeher kirchlich engagiert. „Seit ich denken kann, war ich ehrenamtlich tätig. Schon kurz nach der Kommunion als Messdienerin“, blickt sie zurück. Das war in den 70er Jahren noch ungewöhnlich. „Damals wurden kaum Mädchen zu diesem Dienst zugelassen.“ Nach und nach kamen weitere Ämter hinzu: 1992 wird sie Teil des Pfarrgemeinderates und Mitglied bei der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands). Im Familienkreis unter der Leitung des Diakons Peter Weber engagierte sie sich nicht nur in der Vorbereitung und Feier von Gottesdiensten, sondern organisierte auch Familienwochenenden. „Es ging darum, den Glauben zu leben.“ Zudem ist sie in ihrer Heimatpfarrei, der Pfarreiengemeinschaft Bitburg, Lektorin und Kommunionhelferin.

Als ihre beiden Töchter langsam auf eigenen Beinen stehen, beginnt sie 2015, berufsbegleitend Theologie im Fernkurs zu studieren und durchläuft ein Assessment-Center (Bewerbungsverfahren) beim Bistum Trier mit dem Ziel, Gemeindereferentin zu werden.

Nach ihrem berufspraktischen Jahr in der Pfarreiengemeinschaft Kyllburg ist sie als Gemeindeassistentin in der Pfarrei St. Matthias Südliche Eifel eingesetzt. Dort wird sie auch zukünftig arbeiten. Ihre Arbeit wird zu anfangs gerade durch die Flut beeinflusst. „Die Gebiete der Nims und Prüm waren extrem betroffen“, berichtet Edith Hilden. Sie hat mitgeholfen, eine Sammelstelle zu gründen und dort viel Netzwerk-Arbeit zwischen Unternehmen, Vereinen, Caritas und Lebensberatung geleistet. „Da habe ich gemerkt, dass Menschen in ihrer Not auf uns pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukommen.“ Dies geschehe in den meisten Alltagszusammenhängen eher nicht. „Die Kirche ist als Anlaufpunkt aus dem Blick geraten“, lautet ihre Einschätzung. Daher versuche sie sich als Vermittlerin einzubringen, „und immer wieder bei Begegnungen - etwa mit Kommunionkindern - zu signalisieren, dass ich als Seelsorgerin ansprechbar bin.“ Begegnungen möchte sie auch durch Gottesdienste in Seniorenheimen und Schulen ermöglichen und durch AGs in den Grundschulen. „Ich will für die Menschen da sein, die mit Nöten und Sorgen auf mich zukommen, die können auch mal ihrem Frust bei mir freien Lauf lassen“.

Ihren früheren Büro-Job hat sie eingetauscht gegen eine Herzensangelegenheit mit sehr flexiblen Arbeitszeiten. „Eine Vollzeitstelle in der Pastoral ist kein normaler 39-Stunden-Job. Vorbereitungen mit Ehrenamtlichen finden manchmal erst abends statt, morgens arbeite ich in der Schule, dann habe ich vielleicht auch mal zwei Stunden frei.“ Ihre freie Zeit verbringt die verheiratete Frau gerne mit Gartenarbeit und sie geht wandern.

Schwerpunkte ihrer Vollzeitstelle bilden weiterhin die Frauenpastoral sowie die Zusammenarbeit mit Erwachsenen und Jugendlichen in vielfältiger Weise. Dabei ist es ihr wichtig, dieses Engagement wertzuschätzen und den Menschen zu verdeutlichen: „Wir sind ein Volk Gottes, das zusammen die Frohe Botschaft leben und verkünden möchte.“

Weihbischof Robert Brahm beauftragt am Samstag, 3. September, sieben Frauen und Männer für den pastoralen Dienst im Bistum Trier: vier Gemeindereferentinnen und einen Gemeindereferenten sowie eine Pastoralreferentin und einen Pastoralreferenten. Der Beauftragungs-Gottesdienst im Hohen Dom beginnt um 9 Uhr. Der Gottesdienst wird online unter folgendem Link übertragen: https://youtu.be/3aIu_Jd0exE

Weitere Informationen zu den Pastoralen Berufen im Bistum Trier gibt es auf https://t1p.de/pastorale-berufe und telefonisch unter Tel.: 0651 7105-336.

(sb/jf)