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Neuwieder Elisabeth-Tag stellt sich aktueller Problematik:Hilfe bei Obdachlosigkeit

"Wie kann Männern und Frauen ohne Dach über dem Kopf geholfen werden?" Um diese Frage ging es beim diesjährigen "Elisabeth-Tag" in Neuwied.
Gerhard Roden vom Fachbereich Wohnungslosenhilfe der Caritas Bonn
Datum:
22. Nov. 2018
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Neuwied – „Wir lösen das Problem der Obdachlosigkeit nicht, indem wir Bauzäune aufstellen“, hat Werner Hammes während des Elisabeth-Tages in Neuwied gesagt. Der Vorsitzende des Vorstandes des Caritasverbands Rhein-Wied-Sieg bezog sich damit auf die derzeitige Situation an der St. Matthias-Kirche. Dort steht eine Absperrung, damit Wohnungslose hier nicht campieren. Doch wie kann den Männern und Frauen ohne Dach über dem Kopf geholfen werden?

Um diese Frage zu diskutieren, luden die Veranstalter des Nachmittags, der Caritasverband Rhein-Wied-Sieg und die Fachverbände Kreuzbund, Malteser Hilfsdienst sowie der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer Neuwied, Gerhard Roden ein. Er ist Fachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe beim Caritasverband der Stadt Bonn. Sein Vortrag war der Frage „Was treibt uns an im Einsatz für Menschen in Wohnungsnot?“ und somit der Caritas-Jahreskampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ gewidmet. Der Sozialarbeiter betreut gemeinsam mit seinem Team 1400 Menschen. „Sie befinden sich in einer existenzbedrohenden Lebenslage“, sagte Roden und räumte gleichzeitig mit dem Vorurteil auf, dass Wohnungslosigkeit ein Phänomen von Großstädten sei.

In diesem Jahr war Gerhard Roden (2. v. re.) Referent während des Elisabeth-Tages in Neuwied. Eberhard Köhler (Direktor des Caritasverbands Rhein-Wied-Sieg, re.), Bernd Wagener (Vorsitzender Caritasrat, li.), Werner Hammes (Vorsitzender Caritasverband; 2. v. li.) und Claudia Pauly (Dienststellenleiterin Neuwied) begrüßten ihn.

Den Rahmen der Arbeit innerhalb der Wohnungslosenhilfe findet Roden in dem Gleichnis „Die Heilung eines Blinden bei Jericho“ im Markusevangelium. Jesus traf auf einen blinden Mann und fragte ihn: „Was willst du, dass ich dir tue?“ Daraus leitete der Referent ab: „Man muss aufmerksam sein. Es gibt nämlich viel mehr Not, als wir uns vorstellen können.“ Zudem sei es wichtig, mutig aufeinander zuzugehen und zwar von beiden Seiten. „Jesus bevormundet den Blinden nicht. Er eröffnet mit seiner Frage Perspektiven und ermöglicht dem Hilfesuchenden die Teilhabe an der Gesellschaft“, deutete der Referent und formulierte: „Die Wohnungslosenhilfe ist existenzsichernd, bedarfsorientiert und personenzentriert.“

Roden gab praktische Anregungen und eine Art Fahrplan, was im Landkreis Neuwied noch für wohnungslose Menschen gemacht werden kann. Sein Rat lautete: „Schauen Sie nach, was Sie schon machen und wer in welchem Bereich tätig ist. Setzen Sie konsequent die Systeme ein, die schon da sind. Dann setzen Sie sich mit allen Akteuren an einen Tisch“.

„Wir als Kirche, Pfarrcaritas, soziale Wohlfahrtsverbände und staatliche Institutionen müssen Flagge zeigen, Position beziehen und uns den gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und zwar durch nachhaltiges Wirken“, rief Hammes zum gemeinsamen Handeln auf. Dazu zählte er das Bereitstellen von finanziellen, personellen und räumlichen Ressourcen.

Zum zehnten Elisabeth-Tag in Neuwied kamen viele Zuhörerinnen und Zuhörer aus den Bereichen der Wohlfahrtsverbände und Pfarreien, aber auch von Seiten städtischer Behörden und Institutionen waren Vertreterinnen und Vertreter vor Ort.

Weitere Informationen zum Caritasverband und zu Hilfsangeboten für Menschen ohne Obdach gibt es auf www.caritas-neuwied.de. (jf)