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Schwester Antoinette Assaf zu Gast im Bistum Trier:Hilfswerk missio setzt sich für Christen im Nahen Osten ein

Nicht erst seit der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen kämpfen viele Christen und andere arme Menschen im Libanon um ein menschenwürdiges Leben in Frieden. Das Hilfswerk missio hilft ihnen dabei.
Schwester Antoinette Assaf hilft mit ihrem medizinischen Gesundheitszentrum
Datum:
8. Okt. 2023
Von:
Simone Bastreri

Trier/Beirut – 220 Menschen tot, Tausende verletzt und über 300.000 Wohnungslose: Dies war das Ergebnis der verheerenden Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut vor drei Jahren. Die Bilder der riesigen Pilzwolke und der enormen Druckwelle im Libanon gingen damals um die Welt.

Doch so desaströs wie der 4. August 2020 für dieses Land war, ist dieses Ereignis doch nur eine Episode, welche den bereits vorhandenen täglichen Überlebenskampf der Menschen lediglich zugespitzt hat. Weltwirtschaftskrise, Corona-Pandemie und 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge haben dort eine prekäre Lage geschaffen. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind unter die Armutsgrenze gerutscht und ein Drittel leidet unter psychischen Erkrankungen.

„Der wirtschaftliche Zusammenbruch hat das ohnehin fragile System an seine Grenze gebracht“, urteilt die libanesische Ordensschwester Antoinette Assaf. Die christlichen Gemeinschaften in der gesamten Region, die zu den ältesten auf der Welt zählen, leiden besonders unter der Situation. In Syrien, Ägypten und dem Libanon werden sie zunehmend zur Zielscheibe von Gewalt. Die Auswanderungszahlen seien erschreckend hoch, wie das katholische Hilfswerk missio mitteilt. Vor dem Hintergrund ruft das Missionswerk dieses Jahr unter dem Motto „Ihr seid das Salz der Erde“ zu Solidarität mit den in ihrer Existenz bedrohten Christen im Nahen Osten auf. Besonders am Sonntag der Weltmission, dem 22. Oktober, wird in allen Gottesdiensten um Unterstützung für diese Gemeinden gebeten.

Im Bistum Trier wird Schwester Antoinette im Vorfeld von ihren Erfahrungen in Beirut berichten. Die Ordensfrau und Krankenschwester leitet das Community Health Care Center (CSC) in einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Randbezirken der Hauptstadt. Die Türen ihres Gesundheitszentrums stehen allen Menschen offen. Der Mangel an Medikamenten, tägliche Stromausfälle sowie die Abwanderung vieler medizinischer Fachkräfte erschwert jedoch die Arbeit des Teams. Schwester Antoinette ist am Sonntag, 8. Oktober, um 14:30 Uhr im Gottesdienst der arabischsprachigen Gemeinde in Saarbrücken (Rheinstraße 30) mit anschließender Begegnung zu Gast. Vorher nimmt sie an deren Kindertreff teil. Besonders an Frauen richtet sich das Angebot am Mittwoch, 11. Oktober. Von 9:30 Uhr bis 11 Uhr wird die Ordensfrau beim Frauen-Morgenimpuls in der Pfarrkirche Heiligkreuz in Trier mit anschließendem Frühstück und Austausch anzutreffen sein. Darüber hinaus wird sie einige Schulen besuchen. „Wir sind nicht zufällig hier. Wir sind Überbringer einer Botschaft: der Botschaft der Liebe, Versöhnung und Vergebung“, sagt Schwester Antoinette. Diese Botschaft möchte sie in der kommenden Woche auch den Menschen im Bistum Trier näherbringen.

Genauere Informationen rund um den Monat der Weltmission sind bei Diözesanreferent Tomasz Welke (0651-7105-598; tomasz.welke@bistum-trier.de) zu erhalten.