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Domkapitular em. Prof. DDr. Franz Ronig ist tot:„Hüter des Domschatzes“ verstorben

Domkapitular em. Prof. DDr. Franz Ronig ist tot. Er starb am 21. Mai im Alter von 91 Jahren in Trier. Das Requiem wird am Mittwoch, 29. Mai 2019, um 14.30 Uhr im Trierer Dom gefeiert.
Prälat Professor Dr. Dr. Franz Ronig vor einem Bücherregal
Datum:
22. Mai 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Der langjährige Trierer Diözesankonservator und Kustos („Hüter“) des Domschatzes, Prälat Professor Dr. Dr. Franz Ronig, ist tot. Der emeritierte Domkapitular starb am 21. Mai im Alter von 91 Jahren in Trier. Das Requiem wird am Mittwoch, 29. Mai 2019, um 14.30 Uhr im Trierer Dom gefeiert; anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof im Domkreuzgang. In der Vesper im Dom am Sonntag, 26. Mai, um 18 Uhr wird für den Verstorbenen gebetet; ein weiteres Totengebet findet statt im Dom am Dienstag, 28. Mai, um 18 Uhr.

Dompropst Prälat Werner Rössel würdigte den emeritierten Domkapitular als Menschen, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht habe, „das, was Menschen in religiöser Architektur und Kunst geschaffen haben, zu erhalten“. Rössel erwähnte in diesem Zusammenhang besonders die Renovierung des Hohen Domes zu Trier, an der Ronig ab 1966 maßgeblich beteiligt war. „Ihm ging es darum, Freude an den Formen und Farben weiter zu geben als lebendige Sprache“, sagte Rössel. „Als Zeugen der Frohen Botschaft wollte er die ‚Stummheit‘ der Objekte auflösen und sie in den Dienst der Verehrung Gottes stellen.“

Ronig wurde am 11. September 1927 in Troisdorf geboren. Der damalige Trierer Bischof Dr. Matthias Wehr weihte ihn am 3. April 1954 in Trier zum Priester. Ronig war als Seelsorger in Saarbrücken und Eppelborn eingesetzt und später als Lehrer tätig an der Marschall-Ney-Schule in Saarbrücken und am Gymnasium der Franziskanerinnen auf Nonnenwerth. Ab 1963 studierte er in Bonn; zwischenzeitlich war er Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Saarbrücken. Im Januar 1966 wurde er zum „Dr. phil“ promoviert. Seit diesem Jahr lehrte er Geschichte der christlichen Kunst und kirchliche Denkmalpflege an der Theologischen Fakultät Trier; später war er auch Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Saarbrücken. 1989 wurde Ronig zum Honorarprofessor an der Universität Trier ernannt; die Theologische Fakultät Trier promovierte ihn 1990 zum Ehrendoktor.

Im Jahr 1966 begann auch sein langjähriger Dienst an den Kunst-, Bau- und Kultusobjekten der Trierer Kirche: Ronig wurde Bistumskonservator und Leiter der Abteilung „Bau und Kunst“ im Bischöflichen Generalvikariat. Ab 1971 bekleidetet er auch das Amt des Leiters der kirchlichen Denkmalpflege und wurde zum Kustos („Hüter“) des Domschatzes. In diesem Bereich übernahm er zahlreiche weitere Ämter, etwa als Mitglied im Landesbeirat für Denkmalpflege und der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Museen und Schatzkammern.

Bereits 1978 war Ronig zum Päpstlichen Ehrenkaplan („Monsignore“) ernannt worden; ab 1994 war er Domkapitular an der Hohen Domkirche Trier, 2005 wurde er zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt. Auch im weltlichen Bereich wurden Ronig Ehrungen zuteil: Er war Ehrenmitglied der Historischen Sektion des luxemburgischen Großherzoglichen Instituts, Träger des polnischen „Ordre du Mérite Cultural“, Träger des Ehrenbriefes der Stadt Trier. Im Mai 2005 wurde Ronig das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

(JR)