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Bischof Ackermann äußert sich zum "Kirchenpolitischen Manifest" der AfD:Irreführende Begrifflichkeit

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich zum "Kirchenpolitischen Manifest" der rheinland-pfälzischen AfD geäußert.
Bischof Dr. Stephan Ackermann
Datum:
7. Sept. 2017
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier - Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich zum "Kirchenpolitischen Manifest" geäußert, das die AfD Rheinland-Pfalz am 6. September vorgestellt hat:

"Die Ankündigung eines kirchenpolitischen Manifestes der AfD Rheinland-Pfalz hatte in der Öffentlichkeit Erwartungen geweckt, hinter denen das vorliegende Papier doch zurückbleibt. Schon der Begriff „kirchenpolitisches Manifest“ ist irreführend, da es in den 10 Thesen weniger um die Rolle der Kirchen in Politik und Gesellschaft geht als vielmehr um eine Form von „Kulturchristentum“, die nicht mit dem christlichen Glauben gleichzusetzen ist.

Das Papier beruft sich an mehreren Stellen auf die Prinzipien einer „christlichen Sozialethik“. Doch der im Text verwendete Solidaritätsbegriff z.B. ist im Vergleich zur katholischen Soziallehre stark verkürzt.

Wenn ich den Text lese und öffentliche Äußerungen führender Parteimitglieder der AfD höre, die doch stark davon abweichen und weit radikaler sind, stellt sich mir darüber hinaus die Frage, inwieweit diese Positionen von der Partei als ganzer getragen sind.

Den Kirchen wird ein „weitgehendes Schweigen zu aus christlicher Sicht fragwürdigen Positionen der übrigen Parteien“ unterstellt. Das sind Pauschalisierungen, die nicht zutreffen. Von anderer Seite wurde in jüngster Zeit eine zu starke Einmischung der Kirchen in die Politik kritisiert.

Von Seiten des Bistums besteht die Bereitschaft, mit den Verfassern des Papiers in einen Austausch zu treten, sofern dies von der AfD gewünscht wird."

(uz)