Zum Inhalt springen

Tagesstätte für Menschen in Not „Schöppche“ wird 20 Jahre alt:„Jeder darf hier so sein, wie er ist“

Ein warmes Mittagessen, die Möglichkeit zu duschen, soziale Kontakte: Das bietet das "Schöppche" Neuwied, eine Tagesstätte für Menschen in Not, seit 20 Jahren. Jetzt wurde das Jubiläum gefeiert.
CLaudia Pauly, Elfriede Gerl, Werner Hammes, Judith Höfer und Sonja Maibach (v.l.) beim Festakt zu 20 Jahre Schöppche Neuwied
Datum:
3. Mai 2016
Von:
Bischöfliche Pressestelle
Neuwied – Ein Dach über dem Kopf, ein warmes Essen und Menschen, die für einen da sind und zuhören: Das bietet seit 20 Jahren das „Schöppche“ in Neuwied, eine Tagesstätte für Menschen in Not. Inzwischen ist der Treffpunkt für Obdachlose und Menschen aus prekären Verhältnissen des Caritasverbands Rhein-Wied-Sieg eine Institution in Neuwied. Das Besondere: Das Projekt wird von einem Team von 20 Ehrenamtlichen getragen, begleitet durch eine hauptamtliche Caritas-Mitarbeiterin. Am 30. April hat das „Schöppche“ sein Jubiläum mit vielen Gästen und Förderern in der Familienbildungsstätte Neuwied gefeiert. Der Vorsitzende des Caritasverbands, Werner Hammes, führte als Moderator durch den Festakt. Nach einem Wortgottesdienst mit Diakon Manfred Hübinger, der als Sozialarbeiter das Schöppche 20 Jahre lang geleitet und begleitet hat, erläuterte Caritas-Dienststellenleiterin Claudia Pauly in ihrer Festrede kurz die Hintergründe und Geschichte des Schöppche. „Hierher kann jeder kommen und so sein, wie er ist, mit allen Stärken und Schwächen.“ Seit 20 Jahren biete das Schöppche als Projekt der Armutsbekämpfung Menschen in prekären Verhältnissen einen Ort, wo sie angenommen würden. In der Anfangszeit meist Berbern oder Obdachlosen, heute allgemein Menschen arm an sozialen Kontakten und in besondere sozialen Notlagen. Seinen Namen habe das „Schöppche“, mundartlich „Schuppen“ von einer alten Remise im Hof des Caritasverbands, der 1996 umgebaut wurde. Montags bis freitags, im Winter auch am Wochenende, biete das Schöppche nicht nur Mahlzeiten und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen oder frische Kleidung zu bekommen, sondern hier würden auch Sozialberatungen durchgeführt, Kontakt zu Ärzten oder Therapieangeboten vermittelt. Täglich beherberge das Schöppche rund 30 Besucher. „Bei einigen erreichten wir in den vergangenen Jahren eine Verbesserung der Lebenssituation“, sagte Pauly. Ihr Dank gelte neben den Ehrenamtlichen auch den Förderern, allen voran dem Fürstenhaus zu Wied, das die Schirmherrschaft für das Schöppche trage, und den Geschäftsleiten, die durch Sachspenden die Mahlzeiten ermöglichten sowie der Pfarrei St. Matthias. Wie eng der Zusammenhang zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung, aber auch gesundheitlichen Problemen ist, zeigte in seinem Gastvortrag Prof. Dr. Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit“ aus Mainz, auf. Der Allgemein- und Notfallmediziner engagiert sich mit seinem Verein seit Jahren für Obdachlose und seit einiger Zeit auch für Flüchtlinge. Er verdeutlichte, dass kranke Menschen häufiger von Armut betroffen seien und umgekehrt Kinder, die in Armut aufwachsen, als Erwachsene weniger gesund seien. Er warnte vor einem „Sozialrassismus“, der Menschen auf Grund ihres sozialen Status diskriminiere und vor einer immer ungerechteren Verteilung des Vermögens hierzulande. Es gelte, Obdachlosen und Armen mit Respekt und Wertschätzung, auf Augenhöhe zu begegnen. Sozialdezernent Michael Mang und Heribert Rhoden vom Caritasverband Trier überbrachten Grußworte und Georg Schuhen überreichte einen Scheck von 2.000 der Neuwieder Senatspräsident-Ecker-Stiftung für die Arbeit des Schöppche. Geehrt wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Elfriede Gerl und Judith Höfer, die zusätzlich die goldene Nadel des Caritasverbands für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement erhielt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Gitarrist Jakob Eisel.