Zum Inhalt springen

Erstmalig JugendGottesdienstAward im Bistum Trier vergeben:Jugendgottesdienste ausgezeichnet

Zum ersten Mal wurde im Bistum Trier der JugendGottesdienstAward verliehen. Gruppen aus Vallendar, Sinzig und Rappweiler haben gewonnen.
Die Preisverleihung und der Gottesdienst mit Bischof Ackermann und Domvikar Tim Sturm wurden live aus Trier gestreamt. Foto: Bistum Trier/Stefan Weinert
Datum:
30. Nov. 2020
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier/Saarbrücken/Koblenz – „Einzigartig!“ unter dieser Überschrift hat der JugendGottesdienstAward im Bistum Trier gestanden, der nun im Rahmen einer digitalen Preisverleihung und eines Gottesdienstes vergeben wurde. Gesucht war der beste Jugendgottesdienst, der von Kindern und Jugendlichen im Alter bis 27 Jahren konzipiert wurde. Den ersten Preis hat eine Gruppe der Schönstatt-Bewegung aus Vallendar erhalten. Sie haben einen Online-Gottesdienst zur Nacht des Heiligtums eingereicht. Die Gruppe „Young Spirit“ aus Sinzig hat mit einer Open-Air-Eucharistiefeier den zweiten Platz belegt. Eine Gottesdienstreihe vom Team der Jugendkirche MIA aus Rappweiler, die sich mit Hollywood-Filmen befasst, landete auf dem dritten Platz. Das Preisgeld belief sich insgesamt auf 2300 Euro.

16 Gottesdienste wurden eingereicht; insgesamt beteiligten sich so mehr als 180 junge Christinnen und Christen an dem ungewöhnlichen Wettbewerb. Eingereicht wurden Jugendgottesdienste aus dem gesamten Bistum Trier; vom nördlichen Betzdorf, Rhens, Sohren und Ochtendung bis Merchweiler, Rehlingen und Saarbrücken und auch Trier war vertreten. Zum ersten Mal wurde solch ein Wettbewerb in der katholischen Kirche in Deutschland ausgeschrieben.

Für Initiator Domvikar Tim Sturm hatte der Preis gleich mehrere Ziele. „Die Jugendlichen wurden darin geübt, über ihren Glauben zu sprechen. Zudem wurden die jungen Menschen dadurch angeregt, selbst Gottesdienste zu planen. Und vielleicht konnten wir sogar das Interesse an Theologie, Liturgie und kirchlichen Berufen wecken“. Einen Preis für Gottesdienste auszuloben sei zwar ungewöhnlich, „aber aus der Realität wissen wir: Jeder, der zum Gottesdienst geht, trifft eine innere Bewertung: Was fand er oder sie gut am Gottesdienst? Was hat ihn oder sie gestört?“, erklärt Pfarrer Sturm. Abgestimmt haben sich die die Verantwortlichen mit dem Liturgie-Referat des Bistums und dem Deutschen Liturgischen Institut. Dabei wurden unterschiedliche Bewertungskriterien herausgearbeitet, nach denen eine acht-köpfige Jury ihre Punktevergabe vornahm. „Und auf dieser Grundlage konnten wir das gut verantworten und machen“, betont Sturm:

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Preisverleihung und der Gottesdienst aus der Trierer Kirche St. Paulus in einer Videokonferenz gestreamt. „Auch wenn wir räumlich getrennt sind, sind wir verbunden“, sagte der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann, der auch Schirmherr der Aktion war. „Als Bischof bin ich besonders berührt, mit wie viel Engagement und Herzblut ihr euren Glauben teilt und lebt“, dankte Ackermann. Das Bistum Trier sei der eigentliche Gewinner des Awards, „denn wir wurden beschenkt durch den Reichtum an Gottesdienstkonzepten und persönlichen Glaubenszeugnissen, die ihr eingereicht habt“.

Das Vorbereitungsteam des Gewinner-Gottesdienstes.Foto: Maria Gerber.

Schönstatt-Bewegung belegt ersten Platz

Magdalena Lindner sprach für das Sieger-Team aus Vallendar und war überwältigt: „Unser Hauptanliegen war es, junge Leute zusammenzubringen und durch Corona war uns das besonders wichtig“. Die Liebesbündnisfeier wurde von fünf jungen Menschen im Alter von 21 bis 27 Jahren konzipiert. Eigentlich findet das Jugendfestival „Nacht des Heiligtums“ seit zwölf Jahren in Schönstatt statt, an dem mehr als 500 junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren teilnehmen. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro soll in das jährliche Jugendfest „Nacht des Heiligtums“ fließen. „Gott ist erleb- und spürbar und feiert den Gottesdienst mit, ebenso wie die Menschen, die mit großer Partizipationsmöglichkeit ein Teil der Gottesdienstwirklichkeit werden können“, formulierte Anne Andries in ihrer Laudatio die positive Entscheidung der Jury für den Sieger-Gottesdienst. „Alle Kriterien wurden hervorragend umgesetzt und eingebaut, so dass ein Gottesdienst entstanden ist, der sowohl fachlich, inhaltlich, aber auch vor allem emotional ein wahrer Sieger ist“.

Die Zweitplatzierten „Young Spirit“

Sieben Jugendliche aus Sinzig im Alter von 14 bis 22 Jahren haben den zweitplatzierten Gottesdienst unter dem Titel „Lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens“ konzipiert. Die Eucharistiefeier fand im Rahmen der Reihe „Young Spirit“ in Sinzig statt. Gefeiert wurde er unter freiem Himmel an der Pfarrkirche St. Peter.

„Der Gottesdienst hat uns in einer ganzen Reihe von Aspekten überzeugt“, berichtete Jury-Mitglied Manuel Uder. Er lobte in seiner Laudatio das sehr engagierte Vorbereitungsteam, dass sich geistlich-intensiv mit den Schriftenlesungen auseinandersetzte „und sich vom Wort Gottes emotional und existentiell ansprechen“ lies. Pfiffige Symbole wie das Einbinden eines bekannten Kartenspiels, selbst verfasste und sehr persönliche Predigtimpulse und die Balance zwischen Gebet und Stille sowie die wohlüberlegte Auswahl alter und neuer Lieder aus dem kirchlichen Gesangbuch und aus der Pop-Musik, überzeugte die Jury.

Die Vorbereitungsgruppe von 'Young Spirit' (noch vor der Corona-Pandemie). Foto: Vivien Christl

Beliebte Film-Gottesdienste belegten dritten Platz

Besonders gut hatte der Jury der starke Lebensbezug der Gottesdienstreihe aus der Jugendkirche MIA in Rappweiler gefallen, die Inhalte von bekannten Hollywood-Filmen wie Harry Potter oder Star Wars mit existentiellen Lebensfragen verbindet und dazu anregt, das eigene Leben und den eigenen Glauben zu reflektieren. Gefeiert werden die Gottesdienste in regelmäßigen Abständen in der Jugendkirche, denn sie sind fester Teil des Jahresprogramms. Johannes Baltes vom MIA-Team zeigte sich in seiner ersten Reaktion kurz nach der Bekanntgabe überrascht und dankbar: „Vielen Dank an alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die viel Arbeit in die Jugendkirche stecken.“

Das Preisgeld in einer Gesamthöhe von 2300 Euro und der gesamte Award wurden durch Sponsoren unterstützt. Dazu zählt der Verein „Andere Zeiten“, die Bischof-Stein- und Jugendstiftung im Bistum Trier sowie die Monsignore Gammel-Stiftung, die Pax-Bank Trier, die Privatpersonen Prinz Michael zu Salm-Salm und die Familie Meiser, der Jugendbischof Dr. Stefan Oster, die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann.

Der Gewinner-Gottesdienst ist weiterhin über YouTube unter „Nacht des Heiligtums“ abrufbar. Weitere Informationen gibt es auf www.nachtdesheiligtums.de.

4 Bilder