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Vertreter aus Politik, Kunst und Kirche informieren über Ausstellungen :Karl Marx - berühmt und umstritten

Bei einer Pressekonferenz informierten Vertreter aus Politik, Kunst und Kirche über Ausstellungen und das Begleitprogramm zum Karl Marx-Jubiläum.
Vertreter aus Politik, Kunst und Kirche informieren über das Programm
Datum:
3. Mai 2018
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Er war Theoretiker, Visionär, Revolutionär und Analytiker und ist wohl der bekannteste, aber auch umstrittenste Sohn der Stadt Trier: Karl Marx. Am 5. Mai jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal – Anlass für das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Trier und viele Kooperationspartner, darunter auch das Bistum Trier, das Leben, das Werk und bestimmte Aspekte im Marxschen Denken in drei großen Ausstellungen vom 5. Mai bis 21. Oktober in den Fokus zu stellen. Bei einer Pressekonferenz am 3. Mai stellten Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Wolfram Leibe, Oberbürgermeister von Trier, Professor Dr. Beatrix Bouvier, Wissenschaftliche Leiterin der Karl Marx-Ausstellung, Kurt Beck als Vorstandvorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung und Dompropst Werner Rössel vom Bistum Trier die Ausstellungen und Ideen dazu vor und informierten über das Begleitprogramm.

Während die Landesausstellung „Karl Marx 1818-1883. Leben.Werk.Zeit“ unterschiedliche Themenschwerpunkten an zwei Ausstellungsstandorten im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier zeigt und das Karl-Marx-Haus in seiner Ausstellung die Ideen Marx‘ und ihre Wirkungsgeschichte aufgreift, präsentiert das Museum am Dom mit „LebensWert Arbeit“ einen bestimmten Aspekt in Marx Werk: Das Themenfeld Arbeit. Dabei wird ein Bogen gespannt von einer schöpferischen Arbeit zur Selbstverwirklichung bis hin zu einer entfremdeten Form von Lohnarbeit in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Kunstwerke, Videoinstallationen und interaktive Elemente locken die Besucher. Dazu gehört etwa das „Labor“, wo Kunststudenten untereinander und im Austausch mit Besuchern Themen der Arbeitswelt diskutieren und Kunstprojekte entwickeln.

Dompropst Werner Rössel verdeutlichte, warum sich das Bistum mit einer Ausstellung am Karl Marx Jahr beteiligt: „Wir möchten den Diskurs anregen über das Verhältnis von Menschenwürde und Arbeit. Viele Menschen fragen sich nach dem persönlichen und gesellschaftlichen Wert ihrer Arbeit jenseits des monetär Messbaren.“ Die katholische Soziallehre mit ihrem berühmten Vertreter Oswald von Nell-Breuning SJ stehe unter anderem auch „auf den Schultern von Karl Marx“.

Einig waren sich die Vertreter aus Politik, Kunst und Kirche darüber, dass zwischen der Person Marx und der Wirkungsgeschichte seines Werks zu differenzieren sei. Marx habe viele Facetten gehabt, mit denen man sich kritisch auseinandersetze, sagte Ministerpräsidentin Dreyer. „Die Ausstellungen und Begleitveranstaltungen wollen eine Diskussionsgrundlage schaffen“. Auch Beck betonte: „Es geht nicht um plumpe Propaganda, sondern darum, Marx historisch-kritisch zu begegnen.“ So präsentiere das Karl Marx-Haus nicht nur einen Karl Marx, sondern deren vier: Den Philosophen, den Gesellschaftswissenschaftler, den Ökonomen und den Journalisten. Noch nie zuvor sei das Thema Marx von so vielen Partnern in einer breiten gesellschaftlichen Kooperation aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam behandelt worden, sagte Wolfram Leibe. Hunderte von Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur und politischer Bildung werden sich mit Marx‘ Leben und Wirken beschäftigen und aktuelle Fragen zu Gesellschaft und Arbeit beleuchten.

Das zeigen allein die Zahlen des Begleitprogramms: 300 Veranstaltungen, darunter fünf Kongresse und Tagungen, 60 Vorträge, 20 Vorlesungen und vier Podiumsdiskussionen laden zur Auseinandersetzung mit Marx ein, 300 öffentliche Führungen und 20 Programme speziell für Kinder werden in den Museen organisiert. Daneben werden zusätzliche Ausstellungen, etwa der Tuchfabrik oder des Kunstvereins Trier, Bühnenprogramme und Musikveranstaltungen, Lesungen sowie Filmvorführungen im Broadway Filmtheater Marx unter anderen Schwerpunkten thematisieren.

Weitere Informationen zur Ausstellung im Museum am Dom gibt es unter www.lebenswert-arbeit.de sowie unter Tel.: 0651-7105255 - und zu den anderen Ausstellungen hier:www.karl-marx-ausstellung.de, www.fes.de/Karl-Marx-Haus

(sb)