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Weihbischof Robert Brahm besucht 72-Stunden-Aktionsgruppe in Dillingen:Kinderrechte spielerisch erfahren

Weihbischof Robert Brahm hat im Rahmen der 72-Stunden-Aktion das Projekt der Jugendgruppe in Dillingen besucht. Dort ging es rund um das Thema "Kinderrechte".
Weihbischof Robert Brahm hat sich bei seinem Besuch selbst einen Pinsel geschnappt und den Jugendlichen geholfen. (Foto: Hans Georg Schneider)
Datum:
27. Mai 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Dillingen – „Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht“. Das ist eines der grundlegenden Kinderrechte wie sie am 20. November 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention beschlossen wurden. Trotz der seitdem vergangenen 30 Jahre sind diese Rechte vielen weiter unbekannt.

Wie kann man das ändern? Und vor allem, wie kann man diese Rechte Kindern in einfacher Sprache und spielerisch näher bringen? Genau das war die Aufgabe, die der 72-Stunden-Aktionsgruppe der Katholischen Jugend Dillingen gestellt war. „Kinderrechte greifbar machen“ hieß es da knapp auf dem Papier. Es sollten Stationen zu den Rechten gebaut und die dann bei einem Kinderfest am Sonntag vorgestellt und eingesetzt werden.

Kinderrechte? Den rund 20 jungen Leuten der Aktionsgruppe ging es am Anfang nicht viel anders als den meisten. Also informieren und Ideen entwickeln, wie man diese Rechte in erlebbare Situationen umsetzen kann. So entstand etwa die große „Fotowand“ mit einem Fußballspieler, einer Prinzessin, einem Astronauten und einer Ärztin. Die Köpfe der Figuren sind ausgespart, die Kinder sollen selbst wählen, als was sie in der Wand fotografiert werden wollen. Eine perfekte Gelegenheit ins Gespräch zu kommen über das Recht auf Ausbildung und Berufswahl, über die Rechte von Kindern.

Weihbischof Robert Brahm zusammen mit den Jugendlichen der Aktionsgruppe in Dillingen.

Acht Stationen entstehen so. Student Julian und Schülerin Gina sägen, schrauben und malen am Samstag noch am Spiel „Vier gewinnt“, ein Beitrag zum Recht auf Spielen, Erholung und künstlerische Tätigkeit. Der 16-jährige Dominik und die 19-jährige Johanna machen derweil den „Meinungsbriefkasten“ fertig, der Kinder einladen soll, zu sagen, was sie denken. Es wird an einem „Religions-Memory“ gebastelt, die Station zur Blindenschrift ist schon fertig. Alles sollte auch inklusiv sein und niemanden ausschließen. Erst einmal fest am Werken sind alle sicher, dass die Kinderrechtstationen fertig werden und beim abschließenden Kinderfest präsentiert werden können. Die Einladungen zum dazu sind längst gedruckt und in Grundschulen und Kindergärten verteilt. Am meisten Spaß mache die handwerkliche Arbeit, weil man so was nicht täglich mache, meint Gina und pinselt weiter blaue Farbe auf ihre Spielwand.

Weihbischof Robert Brahm kommt für eine Stunde vorbei, um sich über die Aktion zu informieren und den jungen Leuten für ihren Einsatz zu danken. Er ist froh, dass sich wieder so viele an der 72-Stunden-Aktion beteiligen, 1500 Jugendliche und 50 Gruppen sind es im Saarland. Es zeige sich, dass eine solche Aktion ein „wichtiges Moment“ für die Kirche ist. „Es ist gut, dass junge Leute sich einmischen“, sagt Weihbischof Brahm: „Wir als Kirchenleitung unterstützen das.“ Für das Bistum Trier sei es von besonderer Bedeutung, dass die Aktion parallel auch in Bolivien stattfindet und die jungen Leute in Bolivien und im Bistum während der Aktion zeitweise in Kontakt miteinander stehen.

Auch Dechant Patrik Schmidt freut sich über die „tolle Aktion“ und den Einsatz der jungen Leute. Die Beschäftigung mit den Kinderrechten und das damit gestaltete Kinderfest sei auch ein guter Beitrag zum Miteinander der vielen unterschiedlichen Kulturen in Dillingen.

Die Bewährungsprobe für die Kinderrecht-Stationen war dann am Sonntag das Kinderfest. Bei schönem Wetter folgten rund 600 kleine und große Besucherinnen und Besucher der Einladung in den Stadtpark: ein voller Erfolg. Die Aktionsgruppe der Caritas an der Dillinger Schule am Römerkastell beteiligte sich am Fest mit den Ergebnissen ihrer 72-stündigen Arbeit zum Thema „Dillingen summt und brummt“ vor. Neben der Präsentation von „Insektenhotels“ und dem Verkosten von Honigprodukten gab es eine Hüpfburg, eine Schminkaktion, Spiele für alle und Kaffee und Kuchen.

Nach den guten Erfahrungen sollen die Stationen zu den Kinderrechten auch für weitere Aktionen zur Verfügung gestellt werden, sagte Gemeindereferentin Susanne Zengerly, die vor Ort mit der Aktionsgruppe zusammen gearbeitet hat.

(hgs)