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Weihbischof Brahm trifft Bürgermeister aus dem Saarland:Lob und Kritik für Synodenumsetzung

Vergangene Woche hat sich Weihbischof Robert Brahm mit Bürgermeistern und Beigeordneten aus dem Saarland zum Austausch über die Synodenumsetzung getroffen.
Vertieft in die Karte der neuen Pfarreien: Bürgermeister und Beigeordnete trafen sich mit Weihbischof Brahm zum Austausch über die Synodenumsetzung.
Datum:
28. Okt. 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Otzenhausen – Am Freitag, dem 25. Oktober, hat sich Weihbischof Robert Brahm mit Bürgermeistern und Beigeordneten aus dem Saarland in der Europäischen Akademie in Otzenhausen getroffen. Bei dem Treffen ging es um die Umsetzung der Synode im Bistum. Weihbischof Brahm und Christian Heckmann vom Synodenbüro informierten die Politiker über den Stand der Umsetzung und stellten sich den Fragen.

Zu Beginn des Austauschs erläuterte der Weihbischof noch einmal die Hintergründe der anstehenden Gründung von insgesamt 35 Pfarreien im Bistum Trier. „Die Welt ändert sich“, sagte er. Im Hinblick auf Bewegungen wie die Individualisierung der Gesellschaft, eine immer größer werdende Flexibilisierung, aber auch der Digitalisierung, müsse sich auch die Kirche „weiter- und neuentwickeln“. Die Kirche habe die Aufgabe, möglichst vielen Menschen ein gelingendes Leben im Glauben zu ermöglichen. „Wenn wir uns nicht verändern, hat unsere Botschaft keine Chance“.

„Eine Kirche, wie wir sie uns im Bistum Trier wünschen, muss sich in die Gesellschaft verwickeln und einmischen“, sagte Christian Heckmann. „Wir wollen auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Menschen schauen und sie ernst nehmen. Wir wollen uns auch immer wieder fragen, wozu wollen wir Kirche sein.“ In Bezug auf die Neustrukturierung der Räume sagte er, dass man sich von  der Idee verabschieden müsse, dass in 880 Pfarreien das gleiche Angebot aufrechterhalten werden kann. Es gehe nicht darum, einen „bestimmten Raum zu bespielen“. Der Fokus liege vielmehr darauf, „ehrenamtliches Engagement zu begleiten und zu stärken“. Dazu brauche es auch eine neue Haltung der hauptamtlichen Mitarbeiter und eine immerwährende Lernbereitschaft. „Die Pfarreien der Zukunft sollen der Motor für eine pastorale Neuentwicklung sein“, betonte Heckmann. Dinge, die vor Ort existieren, sollen bleiben, gleichzeitig soll es dort aber auch mehr Gestaltungsfreiheit geben.

Weihbischof Brahm und Christian Heckmann stellten sich der Kritik und den Fragen in der Runde der Politiker.

Die Rückmeldungen der Bürgermeister und Beigeordneten waren zum Teil positiv, aber durchaus auch kritisch. Der Bürgermeister von Kleinblittersdorf, Stephan Strichertz, äußerte die Sorge über einen möglichen Verlust an Nähe der Gläubigen zur Kirche: „Mein Eindruck ist, dass unsere Religion verloren geht, wenn die Kirche sich aus der Fläche zurückzieht.“ Auch Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer kritisierte die Umsetzung der Synodenbeschlüsse, insbesondere die Neuordnung der pastoralen Räume. „Viele fühlen sich von den XXL-Pfarreien an den Rand gedrängt. Wir fühlen uns abgehängt.“ Weihbischof Brahm nahm die Befürchtungen der Bürgermeister und Gläubigen ernst: „Es ist zwar ein zentraler Pfarrort benannt, die Pastöre bleiben aber vor Ort.“ Ebenso werden Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten, aber auch andere Ansprechpartner dezentral in den Pfarreien der Zukunft bei den Menschen sein. Auch die Spendung der Sakramente vor Ort soll gewährleistet werden.

Zuspruch bekam die Bistumsleitung unter anderem von Bürgermeister Hermann Josef Schmidt aus Tholey: „Sie haben einen schweren Weg beschritten, aber ich halte ihn für richtig, weil er auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren will.“ Deshalb sei der Weg auf lange Sicht unausweichlich. Für ihn stelle sich deshalb vor allem die Frage, wie Kirche und Politik in Zukunft zusammenarbeiten können. So gebe es beispielsweise die Idee, Gebäude gemeinschaftlich zu nutzen. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit wolle man mit den neuen Leitungsteams gemeinsam ausloten.

(dh)