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Katholische Erwachsenenbildung will mit Projekt alte Kapellen neu beleben :Menschen verbinden und Identität stiften

Die Katholische Erwachsenenbildung Trier will mit ihrem Projekt alte Kapellen neu beleben.
Katharina Zey-Wortmann will alten Kapellen neues Leben einhauchen.
Datum:
19. Okt. 2018
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Ob beliebtes Pilgerziel an exponierter Stelle, ob Ort stiller Bitte an den Schutzheiligen oder häufig verschlossenes, fast vergessenes Gemäuer: Dorf-kapellen sind so unterschiedlich wie das Glaubensleben vor Ort. Eines aber verbindet die Gotteshäuser im Kleinformat: Sie haben das spirituelle Brauchtum der Gemeinden jahrzehnte- oder gar jahrhundertelang geprägt und sind damit ein Stück Ortsgeschichte. Für Katharina Zey-Wortmann, Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung Trier, sind die sie der perfekte Ort für eine noch junge Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Alte Kapellen neu beleben“.

„Wir möchten, dass Kirche vor Ort erlebbar und sichtbar wird, ganz im Sinne der Synodenumsetzung, die ja mit ‚herausgerufen‘ überschrieben ist. Das Projekt möchte die Menschen vor Ort animieren, ihre alten Kapellen wiederzuentdecken und sie mit neuem Leben zu füllen“, erklärt Zey-Wortmann. Die Initiative, bei der Interessierte vor Ort mit Hilfe der KEB eine Veranstaltung in ihrer Dorfkapelle organisieren, wirke zudem identitätsstiftend. „Wir gehen davon aus, dass die Menschen sich grundlegend für den Ort interessieren, in dem sie leben. Solch ein Projekt ist dazu da, Junge und Alte, Einheimische und Zugezogene anzusprechen und mit ins Boot zu nehmen.“

In Longuich, Igel und Eitelsbach haben bereits Veranstaltungen stattgefunden mit Lesungen, Vorträgen zu verschiedenen thematischen Inhalten, Gesang, musikalischen Impulsen oder auch – wie in Wasserliesch – einem „Kapellenweg“. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, nur die Würde des Raumes müsse gewahrt bleiben, erklärt Zey-Wortmann. Dabei ist die Reihe zeitlich nicht begrenzt, die Leiterin der KEB hofft auf viele Frauen und Männer, die sich inspirieren lassen und ebenfalls aktiv werden. Sie könne sich auch Vorträge zu Themen wie Erziehung oder zur Schöpfungsverantwortung vorstellen. Die KEB vermittle bei Bedarf auch gerne Referenten oder Musiker.

Weshalb aber stellt die Reihe ausgerechnet kleine Kapellen in den Fokus? Zey-Wortmann nennt zwei Gründe: „Zum einen eignen sich die Räume besser für eine kleinere Schar von rund 20 bis 30 Interessierten, die so in einem geborgenen, heimischen Umfeld ein Kulturprogramm erleben können. Zum anderen möchten wir dem Leerstand der Kapellen und der Verödung der Ortskerne entgegen wirken.“ Es sei klar, dass die Leute selbst aktiv werden müssen. Dezentrale Veranstaltungen wie diese könnten die Menschen untereinander vernetzen, da sie sich als Teil eines größeren Projekts verstehen und austauschen. „Wenn die Pfarreien der Zukunft kommen, sollen kirchliche Initiativen entstehen, und zwar durch das Engagement der Menschen in den Gemeinden. Dabei wollen wir sie so gut wie möglich unterstützen. Sie haben alle Freiheiten, die sie brauchen – wir geben nur Hilfestellung, Anreize.“ Die Erfahrungen mit den bisherigen „Kulturkapellen“ sei durchweg positiv: „Viele haben mir erzählt, dass sie noch einmal wahrgenommen haben, was für einen Schatz sie mit ihrer Kapelle haben, viele haben von Kindheitserinnerungen berichtet und alte Fotoalben hervorgeholt. Kapellen, deren Türen das ganze Jahr geschlossen waren, sind wieder geöffnet“, schildert Zey-Wortmann. Die Menschen, die sich für ihren Erhalt einsetzten, seien oft „treue Seelen“.

Derzeit wirbt die Leiterin der KEB Trier bei Räten oder auch auf den Treffen der Erkundungsteams der neuen Pfarreien der Zukunft für die Teilnahme an der Veranstaltungsreihe. Für viele Menschen seien die Kapellen ein Stück Heimat, für manche könnten sie es vielleicht werden. Eine besondere Themenidee für 2018 hat Zey-Wortmann für alle, die vielleicht noch kurzentschlossen ein Projekt in der Weihnachtszeit realisieren möchten: Eines der bekanntesten Weihnachtslieder, „Stille Nacht heilige Nacht“, erklang vor genau 200 Jahren am Heiligabend zum ersten Mal in Oberndorf bei Salzburg. Mit der gleichnamigen Kapelle dort setzten die Menschen der Friedensbotschaft des Liedes ein Denkmal. „Sie ist bis heute ein völkerverbindender Ort, der Trost und Hoffnung spendet“, so Zey-Wortmann. Ein ideales Thema also auch für die Reihe, die Menschen vor Ort durch das Kulturerlebnis in den Kapellen zusammenbringen soll.

Weitere Informationen gibt es bei der KEB Trier, Weberbach 17, 54290 Trier, Tel.: 0651-993727-0, E-Mail: keb.trier@bistum-trier.de.de

(sb)