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Tag der Diakone findet erstmal während Heilig-Rock-Tagen statt:Rolle des Diakons in der Seelsorge

Erstmals findet ein Tag der Diakone während der Heilig-Rock-Tage statt und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Rolle des Diakons in der Seelsorge nach der Synode weiterentwickelt.
Datum:
29. Apr. 2017
Von:
Bischöfliche Pressestelle
 Trier – Wie sich die Rolle des Diakons in der Seelsorge nach der Synode weiterentwickelt: Darum geht es beim Tag der Diakone während der Heilig-Rock-Tage. Denn im Abschlussdokument der Diözesansynode habe sich „die Sozialraumorientierung als ein grundlegendes Prinzip zukünftigen kirchlichen Handelns in Seelsorge und Caritas herauskristallisiert“, schreibt Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Einladung zum Diakonentag. Und weiter: „Wir sind herausgerufen, in die Lebens- und Sozialräume der Menschen hineinzugehen. Es gibt für uns als Kirche, die die Liebe Gottes zu den Menschen bezeugen will, keinen anderen Ort als den unter den Menschen.“ Der Diakonentag am 29. April stellt sich dieser Herausforderung. Unter dem Titel „heraus gerufen, um hinein zu gehen“ soll es um die Frage gehen, was mit dem sozialräumlichen Ansatz gemeint ist und was er für die künftige Rolle des Diakons in der Seelsorge bedeuten kann. Der Tag richtet sich an Diakone im Hauptberuf und Diakone mit Zivilberuf. Eingeladen sind auch die Ehefrauen. Wenn in den Handlungsempfehlungen der Synode von der Orientierung am Sozialraum der Menschen als Grundlage für die zukünftige pastorale und caritative Arbeit des Bistums Trier die Rede ist, so wird damit vor allem die Verbesserung der Lebensqualität sowie der Lebenssituation der Menschen an dem Ort, an dem sie leben, in den Blick genommen. Leitende Prinzipien dabei sind die Berücksichtigung der   Interessen, Bedürfnisse und Willensbekundungen der Menschen, die Stärkung der Eigeninitiative und Selbsthilfe, die Ressourcenorientierung, das Bemühen um Beteiligung sowie die Kooperation und Vernetzung möglichst aller Sektoren und Bereiche. Dass es im Bistum bereits gute Ansätze sozialraumorientierter kirchlicher Arbeit gibt, machen die sechs Praxisbeispiele deutlich, die am Diakonentag in Form von Workshops vorgestellt werden. Stadtteiltreff „Wir sind Mariahof“: In einem Ladenlokal im Zentrum des Trierer Trabantenstadtteils Mariahof befindet sich seit 2011 der Stadtteiltreff „Wir sind Mariahof“, ein Forum der Begegnung und des Austauschs für alle Bewohner. Er ist stark ehrenamtlich getragen und wird begleitet von Diakon Franz-Rudolf Junge sowie Roland Marquenie vom Fachdienst Gemeindecaritas. Zusammen mit den Akteuren im Stadtteil haben sie den Stadtteiltreff aufgebaut. Das „Plus“ der Mayener Tafel: Wie entwickelt man eine Tafel sozialräumlich weiter? Diakon Thomas Thomiczny und Caritasmitarbeiterin Sonja Lauterbach bauten zusammen mit Tafelkunden und Ehrenamtlichen zunächst als Begegnungsort an der Tafel ein Tafelcafé auf. Von da aus führte der Weg des Projekts dann in den Sozialraum: in die Lebenswelten und an die Orte der Tafelkunden und anderen Bewohner, mit vielen Beteiligten und  überraschenden Entdeckungen. Hochwälder Familiennetzwerk:  Familien suchen Hilfe, Rat und auch Seelsorge in der Kita  – aber kaum in der Pfarrei. Aus dieser Wahrnehmung heraus entstand in gemeinsamer Initiative der Kindertagesstätten (Kita) gGmbH, der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil und des Dekanates Hermeskeil-Waldrach das Hochwälder Familiennetzwerk „Hafen“. Die Erzieherin Karen Alt und Diakon Andreas Webel koordinieren und begleiten Initiativen für und mit Familien in Hermeskeil und Umgebung. „ImPuLS Neuwied: Projekt für junge Familien“: Unter diesem Titel machten sich ab 2012 Gemeindereferent Hermann-Josef Schneider und Nina Maurer, die Leiterin der Familienbildungsstätte Neuwied (FBS), mit den übrigen Mitgliedern des Projektteams aus Pfarrei und FBS auf den Weg, neu Kontakt zu jungen Familien und ihren Lebenswelten im Stadtteil Heddesdorf zu knüpfen. Sie berichtenvon ihren Wegen und Umwegen, Erfolgen und Stolpersteinen in dem mehrjährigen Prozess. Netzwerk Seniorenseelsorge: Die Frage war: Wie kann Seelsorge für Menschen in Senioreneinrichtungen ermöglicht und in die Pfarrgemeinden integriert werden, wenn nicht einfach hauptamtliche Seelsorger zur Verfügung stehen?  Die Antwort: Mit einem Netzwerk, in dem Mitarbeiter der Einrichtung und Ehrenamtliche aus der Pfarrgemeinde mit weiteren Akteuren zusammenarbeiten. Diakon Wolfgang Schu, Marpingen, hat das Projekt an fünf Standorten begleitet und berichtet von den Erfahrungen vor Ort. Ehrenamtliche Initiativen in Gemeinden an der Mittelmosel: Durch die Zusammenarbeit des Fachdienstes Gemeindecaritas des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück mit Zivil- und Kirchengemeinden sind an vielen (auch kleinen) Orten ehrenamtliche Initiativen entstanden, in denen Menschen sich für ein gutes Zusammenleben und Lebensqualität für alle im Ort engagieren. Gemeindecaritasmitarbeiter Rainer Martini und vor Ort Engagierte berichten aus der teils preisgekrönten Netzwerkarbeit. Neben den  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den Workshops von ihrer Arbeit berichten, stehen am Diakonentag zwei weitere Experten zum Thema zur Verfügung: Dr. Christoph Rüdesheim, Leiter des Theologisch-Pastoralen Instituts (TPI) Mainz, und Stefan Nober vom Bischöflichen Generalvikariat Trier. Beide setzen sich schon seit Jahren mit dem sozialräumlichen Ansatz auseinander. (Bruno Sonnen) Bilder vom Diakontreffen auf unseren Heilig-Rock-Tage-Seiten.