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Claudia Roth spricht im katholischen Forum über den Wert der Demokratie:Sechs Worte

Es braucht mutige Stimmen, um die Grund- und Menschenrechte zu verteidigen - auch von Seiten der Kirche. Das sagte Claudia Roth anlässlich ihres Vortrages im katholischen Forum Koblenz
Claudia Roth mit dem Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung in Koblenz, Daniel Steiger
Datum:
19. Nov. 2019
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Koblenz – Sie betritt den Raum und schon wird applaudiert: Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und langjährige Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, wird gleich herzlich von den Zuhörerinnen und Zuhörern des katholischen Forums in Koblenz begrüßt.

Sechs Worte seien ausreichend: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zitiert Claudia Roth den ersten Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Die Gleichheit eines jeden Menschen sei nicht verhandelbar und universell gültig. „Kein Staat oder Religion darf sich da rausnehmen“. Und niemand müsse sich seine Menschenrechte erst verdienen. „Doch diese Würde wird tagtäglich verletzt“, weiß sie. „Weltweit sehen wir gezielte Angriffe auf die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung“, bedauert sie. Sexismus, Rassismus und gruppenbezogene Unmenschlichkeit seien auf dem Vormarsch. Und auch in Deutschland gebe es Angriffe auf demokratische Instanzen. Dies veranschaulichte sie mit Beispielen aus ihrem (Berufs-)Alltag. „Der Naziterror war kein Vogelschiss der Geschichte“, sagt sie vehement bezugnehmend auf eine Aussage von Alexander Gauland, Bundessprecher der AfD – und erntet Zwischenapplaus vom generationsübergreifenden Publikum.

„Gerade in den Kirchengemeinden wird so viel für Menschen in Not getan“, weiß sie und ergänzt: „Empathie wird ausgelacht. Dabei ist Solidarität oder christliche Nächstenliebe doch nicht out, sondern mega in.“ Sie bedankt sich bei den Engagierten „für den Mut und die Hoffnung, die sie vielen Menschen geben. Sie sind für mich diejenigen, die die Demokratie stützen und tragen.“

Claudia Roth spricht auch über die jüngste Morddrohung gegen sie und ihren Kollegen Cem Özdemir: „Diese reiht sich ein, in eine lange Reihe von Einschüchterungen gegen Kommunalpolitiker, Homosexuelle, Journalisten, Jüdinnen und Juden“.

Daher sei es wichtig, die Grund- und Menschenrechte zu verteidigen, appellierte sie an die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer. Es brauche mutige und selbstbewusste Stimmen – auch von Seiten der Kirche. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem Mitmenschen Angst haben müssen“. Zum Abschied erhält sie wieder langen Applaus.

Das nächste katholische Forum findet statt am Montag, 9. Dezember um 19 Uhr  im Klangraum des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums (Zugang über Südallee, neben dem Parkhaus). Referent ist Prof. Dr. Rainer Schwindt von der Universität Koblenz-Landau. Der Titel seines Vortrages lautet „Zuviel göttliche Nähe in der Heiligen Nacht – Die Weihnachtsengel als Grenzschützer Gottes“. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen gibt es bei der Katholischen Erwachsenenbildung, Fachstelle Koblenz unter Tel.: 0261-9635590 oder per E-Mail an keb.koblenz@bistum-trier.de  (jf)