Zum Inhalt springen

Domweihfest als Teil der Heilig-Rock-Tage:Sich anziehen lassen von der Tunika Christi

Während der Heilig-Rock-Tage wurde auch das Domweihfest gefeiert. Es erinnert an den 1. Mai 1196, als Erzbischof Johann I. den Heiligen Rock im Altar im Ostchor einmauern ließ.
Seit vielen Jahrhunderten wird im Trierer Dom Gottesdienst gefeiert. Diakon Ulrich Weinand zeigt der Gottesdienstgemeinde das Evangeliar, bevor er das Evangelium verkündet.
Datum:
1. Mai 2022
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – Der Trierer Dom ist wie die Feuerstelle am See von Tiberias, wo Jesus auf die Jünger nach dem zunächst erfolglosen Fischfang mit einem Feuer und etwas zu essen wartet. Dieses Bild hat Bischof Dr. Stephan Ackermann am Domweihfest am 1. Mai gebraucht und damit eine Analogie zum Tagesevangelium gezogen.

Seit mehr als 800 Jahren werde die Domweihe am 1. Mai gefeiert; das Fest geht auf Erzbischof Johann I. zurück, der am 1. Mai 1196 den Heiligen Rock im Hochaltar im Ostchor einmauerte. Deshalb sei es schön, dass das Domweihfest in diesem Jahr wieder in die Heilig-Rock-Tage falle: „Mit der Einmauerung des Hl. Rocks hat Erzherzog Johann das in Gang gesetzt, was wir heute feiern: dass wir uns anziehen lassen von der Tunika Christi – nicht von dem Relikt, sondern vom lebendigen Christus!“ Das Domweihfest sei der Tag „an dem Gott sich das Haus zu eigen macht und mit seiner Gegenwart erfüllt“. Doch es gebe keine Konkurrenz zwischen der Gegenwart Gottes und der Gegenwart der Gläubigen, denn „Gott lebt in den Gläubigen und in seiner Kirche“.

Das Evangelium vom Fischfang, der erst Ertrag bringt, als die Jünger Jesu Rat folgen, sei eine „Einladung für das kirchliche Handeln heute“, sagte Ackermann in der Predigt. Als die Jünger vom Fischfang zurückkommen, seien sie ehrlich und beschönigten nicht, dass sie nichts gefangen haben. „Wir reden uns oft Dinge schön, flüchten in Nostalgie oder schieben anderen die Schuld zu“, gab der Bischof zu bedenken. Jesus mache daraufhin keine Vorwürfe, sondern knüpfe an der Tätigkeit des Fischens an und eröffnet eine neue Perspektive: „Werft das Netz auf der rechten Seite aus.“ Das widerspreche zwar der Erfahrung der Fischer, aber die Jünger lassen sich auf das vermeintlich unrealistische Tun ein – und sind erfolgreich. Doch sei das Handeln Jesu keine „pädagogische Maßnahme“, auch wenn es schon ein Feuer und Fisch und Brot gibt, als die Jünger an Land kommen: Jesus nimmt den Einsatz der Jünger ernst, bittet sie, von ihrem Fang dazuzugeben: „Was für eine wunderbare Kooperation!“, sagte Bischof Ackermann. So rufe das Evangelium zu Ehrlichkeit auf; zu Vertrauen und zur Freude darüber, mit Gott zusammenarbeiten zu können. Und so sei auch der Trierer Dom ein Ort, an dem Gott „Tag für Tag auf uns wartet, um uns zu begegnen und den Beitrag der Gläubigen entgegenzunehmen“.

Bischof Ackermann dankte am Ende des Hochamtes allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich um den Dom liturgisch, organisatorisch oder im Bauerhalt sorgen. Den Gottesdienst feierten traditionell die Damen und Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem mit. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Aufbauchöre des Mädchenchors am Trierer Dom und der Trierer Domsingknaben unter der Leitung von Gabriele Sichler-Karle, Uli Krupp an der Chororgel und Josef Still an der Hauptorgel. Der Gottesdienst war Teil der Heilig-Rock-Tage, des Bistumsfestes der Diözese Trier, das noch bis zum 8. Mai gefeiert wird. Informationen zum Programm sind unter www.heilig-rock-tage.de zu finden.

(JR) 

Weitere Bilder finden Sie auf den Seiten der Heilig-Rock-Tage