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Lebensberatungsstelle Neunkirchen des Bistums Trier stellt Jahresbericht 2020 vor:Trennung und Konflikte der Eltern belasten Kinder stark

1143 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben bei der Lebensberatung des Bistums Trier in Neunkirchen im vergangenen Jahr Rat und Hilfe gesucht.
Lebensberatung NK
Datum:
18. Mai 2021
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Neunkirchen – 1143 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben bei der Lebensberatung des Bistums Trier in Neunkirchen im vergangenen Jahr Rat und Hilfe gesucht. Darüber hinaus haben 287 weitere Personen an Elternkursen, offenen Sprechstunden und Weiterbildungen teilgenommen. Das geht aus dem Jahresbericht 2020 der Lebensberatung hervor.

Als häufigste Beratungsgründe nennt der Bericht bei Kindern und Jugendlichen die emotionale Belastung aufgrund von Trennung und Scheidung der Eltern, Partnerschaftskonflikte der Eltern, Erschöpfung und Überlastung, die psychische Erkrankung eines Elternteils sowie Probleme durch inkonsequentes Erziehungsverhalten. 48 Prozent der insgesamt 281 beratenen Kinder und Jugendlichen lebten nicht mehr in ihrer Ursprungsfamilie. Bei den Erwachsenen waren die wichtigsten Themen die Belastung durch traumatische Erlebnisse, kritische Lebensereignisse und Verlusterlebnisse, stimmungsbezogene Probleme wie etwa Depressionen, Probleme in der Kommunikation sowie Ängste und Zwänge. Die durchschnittliche Beratungsdauer lag im vergangenen Jahr pro abgeschlossenem Fall bei 8,3 Stunden.

Darüber hinaus hat das Beratungsteam um Leiter Martin Ludwig im vergangenen Jahr traumatisierten Geflüchteten therapeutische Angebote gemacht. Zusätzlich wurden in diesem Zusammenhang Institutionen und Ehrenamtliche unterstützt. Die Lebensberatung Neunkirchen bietet bei Familien- und Partnerschaftsproblemen Mediation als Verfahren zur Konfliktregelung an.

Trotz Corona-Pandemie und Lockdown sei die Nachfrage nach den Angeboten der Lebensberatung ungebrochen gewesen. Das Angebot hätte in vollem Umfang aufrechterhalten werden können. Aufgrund der Pandemie seien die Beratungsgespräche allerdings zunehmend über Video und Telefon geführt worden. Laut Bericht war auch im Jahr 2020 die „Belastung durch traumatische Erlebnisse“ ein häufiger Beratungsanlass. Weiterhin bestehe eine hohe Nachfrage bei der fachlichen Beratung: Auf Anfrage von Jugendhilfeeinrichtungen sowie medizinischen und Bildungseinrichtungen helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensberatung bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdung. Weitgehend eingestellt werden mussten aufgrund der Pandemie die offenen Sprechstunden in der Kindertagesstätte Lehbesch in Ottweiler und im „Momentum – Kirche am Center“ in der Neunkircher City.

Träger der Lebensberatungsstelle Neunkirchen ist das Bistum Trier. Die im vergangenen Jahr entstandenen Gesamtkosten von rund 322.000 Euro trugen das Bistum zu 46 Prozent, der Landkreis Neunkirchen zu 49,6 Prozent und die Kreisstadt Neunkirchen zu 4,4 Prozent. Im Jahr 2020 hat das Bistum Trier 3,37 Millionen Euro für seine 20 Beratungsstellen im Saarland und in Rheinland-Pfalz aufgewendet. Hinzu kommen die Landes- und Kommunalzuschüsse von insgesamt rund 3,68 Millionen Euro. Die 20 Beratungsstellen erbrachten 8867 Beratungsleistungen mit denen 19.647 Personen erreicht wurden.

Für Hilfe suchende Menschen ist die Beratung kostenfrei.

Die Beratungsstelle Neunkirchen hat ihren Sitz in der Hüttenbergstraße 42, 66538 Neunkirchen und ist erreichbar unter Tel. (06821) 27719 und per E-Mail unter sekretariat.lb.neunkirchen(at)bistum-trier.de

(uk)