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Koblenzer Gottesdienst verbindet Liturgie und Kunst:„Unbehaust“

In Koblenz fand der traditionelle "Aschermittwoch der Künstler" in der Herz-Jesu-Kirche und im Haus Metternich statt. Unter dem Thema "Unbehaust" verknüpfte er Liturgie und Kunst
Nanako Tsuji vom Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Fotos: Julia Fröder
Datum:
23. Feb. 2023
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Koblenz – Seit vielen Jahren ist es in Koblenz Tradition, dass Künstlerinnen und Künstler den Gottesdienst zum Aschermittwoch in der Herz-Jesu-Kirche gestalten. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die vergangenen Gottesdienste 2021 und 2022 in veränderter Form statt, doch jetzt war der beliebte Startschuss in die Fastenzeit wieder in gewohnter Art und Weise möglich. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Unbehaust“.

„Die Menschen in Syrien, der Türkei und der Ukraine haben mehr als eine Behausung verloren, sie haben ihren Frieden verloren“, sagte der Thomas Darscheid, Dekan des Pastoralen Raums Koblenz, und spannte zu Beginn des Gottesdienstes einen Bogen des diesjährigen Leitwortes zur aktuellen Weltlage.

In seiner Ansprache griff der Vallendarer Architekt Prof. Henner Herrmanns das Dilemma zwischen Wohnungsnot und Klimaschutz auf. Bauen sei der größte CO2-Verursacher, so Hermanns. Doch der Mensch als „Mängelwesen“ sei auf eine Behausung angewiesen. „Wenn wir nicht sorgsamer mit unserem gemeinsamen Haus umgehen, sind wir alle unbehaust“, mahnte Herrmanns.

Vor dem Zeichnen des Aschenkreuzes durch Dekan Thomas Darscheid sprach der evangelische Superintendent Rolf Stahl ein Gebet für Gastfreundschaft gegenüber Menschen ohne Zuhause.

Auch in diesem Jahr wurde der Gottesdienst künstlerisch von Mitgliedern des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie, dem Koblenzer Theater und Jugendtheater sowie Musiktheater der Musikschule der Stadt Koblenz, dem Jugendkammerchor der Singschule an der Liebfrauenkirche unter der Leitung von Wolfram Hartleif und der Regionalkantorin Juliane Kathary mitgestaltet, die zudem für den erkrankten Dekanatskantor Joachim Aßmann an der Orgel saß.

Erkrankt waren ebenfalls die Schauspielerinnen des Koblenzer Theaters. Anstelle des Stücks „Tragödienbastard“ las Wolfram Boelzle aus dem Buch „Das Wenige und das Wesentliche“ von John von Düffel.

In der Kirche präsentierte der Künstler Nicolaus Werner seine Installation „Blende“.

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete die Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein e.V. (AKM) ihre Ausstellung „Ein Teil des Ganzen X Unbehaust“ im „Künstlerhaus Metternich“. Beteiligt an Vorbereitung und Durchführung sind zudem der Pastorale Raum Koblenz (ehemals Dekanat Koblenz), das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz und die Kultureinrichtungen der Stadt Koblenz, die AKM.

„Die gut funktionierende Kooperation zwischen dem Pastoralen Raum Koblenz, den Kulturpartnern und der Stadt Koblenz lässt bei dieser jährlich durchgeführten Veranstaltung einen gelungenen Dialog zwischen Kirche und Kultur entstehen. Das hierbei ausgewählte Leitmotiv greift gesellschaftlich aktuelle Themen auf und stellt diese künstlerisch dar“, erklärte Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz. (jf)

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