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Trierer Weibischof lernt Bauernhof Neumühle kennen:Vielfältige Herausforderungen für Landwirtschaft

Bei seiner Visitation durch den Pastoralen Raum Maifeld-Untermosel begegnet Weibischof Brahm unterschiedlichsten Menschen. Von den Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe hat ihm die Familie Gilles berichtet.
Weihbischof Brahm durfte auch einen Blick in den Schweinestall von Stefan Gilles werfen.
Datum:
21. Nov. 2023
Von:
Julia Fröder
Stefan Gilles berichtet dem Weihbischof von den vielfältigen Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe.

Gappenach/Neumühle – Politische Vorgaben, Bodenversiegelung, steigende Kosten, höhere Auflagen sowie Klimaveränderungen und der Krieg in der Ukraine bewegen die Landwirtinnen und Landwirte in ganz Deutschland und auch die Familie Gilles in Gappenach. Der Trierer Weihbischof Robert Brahm, Pfarrer Andreas Kern und Gemeindereferentin Renate Schmitt aus der Pfarrei Maifeld besuchten den Bauernhof Neumühle, um mehr über die Situation von landwirtschaftlichen Betrieben zu erfahren.

„Mir ist es wichtig, direkt von den Herausforderungen der Landwirte zu hören und mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die unsere Lebensmittel herstellen“, betont Weihbischof Brahm. Auch Familie Gilles sei es wichtig, in den Austausch zu kommen. „Es gibt viele Vorurteile und Unwahrheiten darüber, wie es auf Höfen zugeht – hier möchten wir aufklären“, erklärt Landwirt Franz Gilles. Vier Generationen leben auf dem Hof und bis auf seine Enkel (vier Jahre und 17 Monate) packen alle tagtäglich auf dem Bauernhof mit an. „Es ist uns wichtig, miteinander und nicht übereinander zu sprechen“, sagt auch sein Sohn Stefan Gilles.

„Wir sind eher ein kleiner Betrieb mit unseren etwa 400 Mastschweinen und 150 Hektar Land “, erklärt Stefan Gilles den Besucherinnen und Besuchern bei einer Führung durch den Schweinestall, der mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben bietet. In vier Monaten wird sich die Arbeit auf dem Hof allerdings verändern, denn die Familie hat sich dazu entschlossen, den Mastbetrieb aufzugeben. „Die Auflagen steigen und man weiß nicht, wo die Reise hingeht“, so Franz Gilles über die Entscheidung. „Das wird ein gravierender Einschnitt für uns.“

Doch Arbeit gibt es weiterhin in Hülle und Fülle, um zum Beispiel die 700 Legehennen in zwei mobilen und einem festen Stall zu versorgen und Felder zu beackern. Auch die zwei Ferienwohnungen sind ein weiteres Standbein der Familie. „Obwohl wir Vollerwerbslandwirte sind, müssen wir uns noch weitere Zuverdienst-Möglichkeiten suchen“, gibt Franz Gilles zu bedenken. Trotz gestiegener Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher komme bei den Landwirten zu wenig an. Eine Alternative bietet hier die Direktvermarktung von Produkten. Die Eier ihrer Hühner verkauft die Familie an einem Automaten in Sichtweite von zwei mobilen Ställen. Hier können Kundinnen und Kunden rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche nicht nur frische Eier erhalten, sondern auch Wurst- und Fleischwaren der hofeigenen Schweine, Nudeln, Fruchtaufstrich und sogar Vollkornmehl aus Waldstaudenroggen, den sie ebenfalls anbauen. „Dieses Getreide benötigt weder Dünger noch Pflanzenschutz“, betont Stefan Gilles, der einen Masterabschluss in Agrar- und Umweltwissenschaften hat. Zudem ist der Hof Teil des rheinland-pfälzischen Netzwerks „Partnerbetrieb Naturschutz“ und erfüllt dadurch höhere Anforderungen als vorgegeben.

Vielfältige Begegnungen

Der Besuch von Weihbischof Brahm fand im Rahmen einer Visitation im Pastoralen Raum Maifeld-Untermosel statt. In diesem Zusammenhang besuchte er gemeinsam mit dem Leitungsteam und weiteren Hauptamtlichen unter anderem katholische Kindertagesstätten, das Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell, eine Flüchtlingsunterkunft in Dieblich, die Katholische Öffentliche Bücherei sowie den EineWeltLaden im Gemeindezentrum Ochtendung. Zudem traf sich der Weihbischof zum Austausch mit kirchlichen Gremien sowie Haupt- und Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden der Caritas und der Verbandsgemeindeverwaltung Ochtendung und feierte Gottesdienste mit den Gemeinden.

Eindrücke der Visitation im Pastoralen Raum Maifeld-Untermosel

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