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„Corona-Folgen sind Herausforderung für Kirche, Caritas und Politik“:Weihbischof Gebert 20 Jahre Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes

„Wir sollten den Blick auf die Menschen richten, die sonst leicht übersehen werden", so Weihbischof Franz Josef Gebert in einem Interview zu 20 Jahren Caritasarbeit.
Datum:
2. Sep. 2020
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier - Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind große Herausforderungen für die Kirche und ihre Caritas und die Politik: „Wir sollten den Blick auf die Menschen richten, die sonst leicht übersehen werden: Das sind Menschen die still vereinsamen, aus ihren Ängsten nicht herausfinden oder in Sorgen um ihre Zukunft vergehen“, sagt Weihbischof Franz Josef Gebert in einem Interview mit der Wochenzeitung im Bistum Trier Paulinus, das er aus Anlass seines 20-jährigen Jubiläums als Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes gegeben hat. „Es muss im Sinne der sozialstaatlichen Verpflichtung Strukturen geben, die dafür sorgen, dass die Einzelnen nicht hoffnungslos überfordert werden.“ In der Gesellschaft müsse während der Corona-Pandemie die Balance von Sicherheit und Freiheit, von Respekt vor der Verletzlichkeit des anderen und den eigenen Lebensinteressen gefunden werden.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Gebert, der zum 1. September 2 000 das Amt des Vorsitzenden als Nachfolger von Prälat Roland Ries übernommen hatte, in der Armutsbekämpfung. Als aktuelles Beispiel nennt er den im Mai 2020 verabschiedeten saarländischen „Aktionsplan Armut“. Mit diesen Erkenntnissen könne man exakt politisch ansetzen. Dagegen helfen plakative Parolen wie „die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auf“ nicht weiter. Die Hartz IV-Sätze müssen realistischer berechnet und dürfen nicht schöngefärbt werden, so Gebert.

Mit Blick auf die diakonische Kirchenentwicklung sieht Gebert im lebendigen caritativen Leben eine unverzichtbare Dimension der Evangelisierung: „Eine gute Diakonie profiliert und stärkt den Auftrag der Kirche, ein wirksames Zeichen des Heils zu sein.“ Gebert wünscht sich, dass die „von der Trierer Synode ins Stammbuch geschriebene Diakonische Kirchenentwicklung“ bald gute und konkrete Früchte trägt. Das Jubiläum ist für Weihbischof Gebert auch Anlass,  die hauptberuflich Tätigen und Ehrenamtlichen in der Caritas zu stärken: „Für dieses hohe Engagement und die praktizierte Solidarität darf ich einfach nur Danke sagen.“

Das komplette Interview finden Sie hier.
(red)