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Bischof und Generalvikar sprechen mit Beauftragten für die Sondierungsphase:Ziel ist die Reform der Pfarreienlandschaft

Bischof Dr. Stephan Ackermann und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg sprechen bei einem virtuellen Treffen mit den Beauftragten für die Sondierungsphase.
vlnr. Generalvikar von Plettenberg, Edith Ries, Bischof Ackermann und Christian Heckmann beim virtuellen Treffen mit den Beauftragten für die Sondierungsphase
Datum:
22. Feb. 2021
Von:
Bischöfliche Pressestelle

Trier – „Sie kommen nicht absichtslos. Das Ziel ist die Reform der Pfarreienlandschaft in unserem Bistum – eine Reform, die respektiert, was vor Ort da ist, und die den Auftrag der Synode ernst nimmt.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den lokalen und diözesanen Beauftragten für die Sondierungsphase mit auf den Weg gegeben (siehe auch hier). Zusammen mit Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Christian Heckmann und Edith Ries vom Synodenbüro hat es am 19. Februar ein virtuelles Treffen mit den rund 150 Frauen und Männern gegeben. Sie sollen die Bereitschaft zu Fusionen der aktuell 172 Pfarreiengemeinschaften und die Bildung der 35 Pastoralen Räume ausloten und vorbereiten. Zunächst sei daher die Bereitschaft zu Hören ganz wichtig, und in einem zweiten Schritt gehe es dann darum, „den guten Ton“ zu finden für die Gespräche vor Ort.

Verbindlichkeiten und Spielräume werden benannt

Das Zielbild zu teilen, um auskunftsfähig zu sein, war der Zweck des Treffens, „und trotzdem aushalten können, dass noch nicht alles ausformuliert ist“, betonte Ackermann. Er erinnerte daran, dass er das sehr detaillierte Umsetzungsgesetz nach der römischen Intervention habe zurückziehen müssen. Dennoch brauche es nun die Ansage: „Das wird erwartet, das ist das Programm für die nächsten Jahre.“ Deshalb habe er ein nachsynodales Schreiben verfasst, das am 24. Februar, dem Fest des Bistumspatrons Matthias – ein „Mann des zweiten Angangs“, wie der Bischof in Anspielung auf den zweiten Anlauf der Reform bemerkte – veröffentlicht werden soll. Darin würden die „Verbindlichkeiten und Spielräume“ benannt. Zusätzlich werde es in den kommenden Wochen und Monaten Ordnungen und Richtlinien geben, die Detailfragen regeln.

In dem Schreiben skizziere er das Bild der Pfarrei als eine Struktur mit Entwicklungspotential, erläuterte der Bischof. Ergänzend dazu werden die 35 Pastoralen Räume vor allem der Umsetzung der Synode dienen, als „wesentlich dynamisierendes Element“, zu der „das Denken in weiten Räumen gehört“. Diese Pastoralen Räume würden künftig stärker mandatiert als die Dekanate: nicht nur durch den Zusammenschluss der Kirchengemeinden, sondern etwa auch durch die Leitung, in der sichtbarer als bisher Führungsaufgaben in kollegialer Weise geteilt werden.

Auf die Chancen hinweisen

Wenn die Beauftragten für die Sondierung nun in die Gespräche gingen, sollten sie dies nicht „mit Druck“ tun, sondern auf die Chancen hinweisen, die in den Fusionen und im Pastoralen Raum liegen. Eine Chance liege unter anderem darin, dass das pastorale Personal künftig auf den Pastoralen Raum hin ernannt werde, mit einem konkreten Einsatz in den Pfarreien und an den verschiedenen Orten von Kirche. Auch die Priester, die nach wie vor auf die Pfarreien ernannt werden, „werden zur Zusammenarbeit im Pastoralen Raum verpflichtet“. Dies werde eine neue Dynamik bringen, zeigte Ackermann sich zuversichtlich. Er warb dafür, die Pastoralen Räume zügig zu errichten, damit „sie nach und nach Gestalt gewinnen“ können, und dass es beispielsweise möglich sei, Erfahrungen zu machen mit der Gremienarbeit. „Durch die Ungleichzeitigkeit haben wir jetzt die Möglichkeit des Ausprobierens“, sagte der Bischof, und verwies auch auf die Impulse für die Seelsorge, die derzeit im Bereich Pastoral und Gesellschaft im Generalvikariat auf Basis der Ergebnisse der Teilprozessgruppen erarbeitet werden.         

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg

Generalvikar von Plettenberg erinnerte ebenfalls daran, dass die Sondierungsphase Teil der Veränderungen und der Neuorientierung sei, die die Synode angestoßen hat, und vor allem der lokalen Planung der Synodenumsetzung dient. Mit dieser Phase wolle man erreichen, dass es „keine 08/15-Lösung für alle gibt, sondern genau darauf schaut, was vor Ort schon entstanden und möglich ist“. Er dankte allen, die als lokale und diözesane Beauftragte für die Sondierungsphase sowie in den Steuerungsgruppen tätig sind. Bereits im Zugehen auf die „Pfarreien der Zukunft“ hätten die Akteure vor Ort gute Erfahrung in der Zusammenarbeit in Steuerungsgruppen gesammelt, an die sich nun anknüpfen lasse.

Am Ende der Sondierungphase soll eine Skizze und Aufgabenübersicht für die Pfarreizusammenschlüsse und Gründungen des jeweiligen Pastoralen Raums stehen, erläuterte der Generalvikar. Dann habe auch das Bistum einen Überblick über die zeitlichen Planungen der Vereinigungsprozesse sowie über den Klärungs- und Begleitungsbedarf. Ebenso könnten dann von Seiten des Bistums die Errichtung der Pastoralen Räume und die damit verbundene Beauftragung ihrer Leitung geplant werden. Während der Auftrag der Sondiererinnen und Sondierer Mitte des Jahres abgeschlossen ist, sollen die Steuerungsgruppen weiterarbeiten,  sich etwa mit den pastoralen Entwicklungen befassen und den Vorbereitungen zur Gründung des Pastoralen Raums.

Konkrete Fragen und Situationen im Blick

Edith Ries und Christian Heckmann gingen auf die Rollen der diözesanen und lokalen Beauftragten ein, benannten die Gesprächspartnerinnen und -partner während der Sondierung, die Themen der Gespräche oder wie die Ergebnisse dokumentiert werden können. Auch die Möglichkeiten der Sondierung unter Corona-Bedingungen waren Thema. Die Fragen aus der Runde der Beauftragten bezogen sich vor allem auf die Klärung von Aufgaben und Rollen, auf das Zueinander von Pastoralem Raum und Pfarrei sowie die Voraussetzungen und Kriterien für die Zusammenschlüsse von Pfarreien und die Errichtung von Pastoralen Räumen. Auch die anstehenden Gremienwahlen waren Thema. Bischof und Generalvikar zeigten sich am Ende beeindruckt vom spürbaren Engagement der Beauftragten, die Phase der Sondierung mitzugestalten: „Sie denken schon an ganz konkrete Fragen und Situationen.“ Sie ermutigten die Frauen und Männer, alle unter Corona-Bedingungen verfügbaren Kanäle zur Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen vor Ort zu nutzen. Weitere Informationen zur Sondierungsphase sind ab Ende Februar unter www.herausgerufen.bistum-trier.de zu finden.
(JR)