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Junge Menschen fahren zum Weltjugendtag nach Lissabon:Zwischen Trubel und Einkehr

Mit vielen Erwartungen und großer Vorfreude haben sich junge Menschen am Sonntag auf den Weg zum Weltjugendtag gemacht.
Enya Deyhie aus Hüffelsheim
Datum:
25. Juli 2023
Von:
Julia Fröder
Marlen Weiler aus Koblenz

Trier/Lissabon – Kopfhörer dürfen auf gar keinen Fall fehlen, sagt Marlen Weiler aus Koblenz. Mit rund 270 weiteren jungen Menschen aus dem Bistum Trier hat sie sich am Sonntag (23. Juli) auf den Weg zum Weltjugendtag (WJT) nach Portugal gemacht. Zu dem Großereignis mit Papst Franziskus Anfang August erwarten die Organisatoren in Lissabon Hunderttausende junge Menschen aus aller Welt.

Marlen Weiler freut sich bei ihrer WJT-Premiere auf die Kombination aus Sightseeing und Programm in Lissabon, aber auch auf den Aufenthalt in Gastfamilien bei den „Tagen der Begegnung“ in der Gastdiözese Aveiro (250 Kilometer nördlich von Lissabon) vor dem Start der Veranstaltungswoche in der portugiesischen Hauptstadt. „Bei einem normalen Urlaub kommt man in der Regel nicht so mit den lokalen Leuten in Kontakt.“ Erfahrungen mit „Pilgerfahrten“ hat die 17-Jährige bereits. Sie war schon ein paar Mal im bekannten französischen Pilgerort Taizé. Daher packt sie auf jeden Fall Kopfhörer in ihren Koffer, um mit Musik oder Podcasts auf der langen Busfahrt nach Portugal oder in den Turnhallen, in denen die Gruppen zum Teil übernachten, zur Ruhe zu kommen.

Enya Deyhle aus Hüffelsheim (Landkreis Bad Kreuznach) ist ebenfalls mit der Gruppe aus insgesamt 18 jungen Menschen unterwegs, die aus dem Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler und Hermeskeil, aber auch aus Luxemburg und Nordrhein-Westfalen kommen. Sie fühlt sich nach einer sechsmonatigen Rucksacktour durch Lateinamerika gut auf die unterschiedlichen Gegebenheiten vorbereitet. „Es wird sicherlich spannend und faszinierend“, sagt die 20-Jährige. Sie freut sich darauf, viele Leute aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen. Gespannt ist sie besonders auf das Übernachten auf einem Feld unter freiem Himmel vor dem abschließenden Gottesdienst am 6. August mit dem Papst.

Glaubens- und Lebensfragen

Anna-Lena Jung und Jens Artmann begleiten die Gruppe.

Begleitet wird die Gruppe von Pastoralassistentin Anna-Lena Jung aus Hermeskeil und dem Ehrenamtlichen Jens Artmann aus der Nähe von Bad Kreuznach. „Betreuer brauchen hier die wenigsten“, sagt Jung. Sie seien mehr Begleiter als „normale“ Reiseführer. Jung und Artmann sind ansprechbar für Gespräche unter vier Augen in Glaubens- und Lebensfragen und unterstützen beim gemeinsamen Reflektieren von Erlebtem. Dafür haben sie im Vorfeld an drei Schulungen teilgenommen und hinzukommt, dass beide bereits an Weltjugendtagen teilgenommen haben „Das war eine sehr bereichernde Zeit. Ich war mit einer tollen Gruppe unterwegs, mit der ich immer noch Kontakt habe“, berichtet die 28-Jährige von ihrer damaligen Reise vor vier Jahren zum WJT nach Panama. Für Artmann sind Weltjugendtage fast schon Routine: Bereits sechs Mal war er als Begleiter bei der mehrtätigen Großveranstaltung, die in der Regel all zwei bis drei Jahre stattfindet. „Doch ich bin nach wie vor begeistert und freue mich darauf“, sagt der 38-Jährige aus Gutenberg bei Bad Kreuznach. „Mich fasziniert die ganz ausgelassene Stimmung, aber im nächsten Moment kann es auch ganz still sein“, berichtet er von seinen Erfahrungen.

Einzigartige Energie

Gabrielle Thomes aus Luxemburg

Die einzigartige Stimmung und die Mischung aus Trubel und Einkehr beschreiben auch Gabrielle Thomes und Sebastian Gburrek. Beide wohnen nicht im Bistum Trier, haben sich aber der Gruppe von Anna-Lena Jung und Jens Artmann angeschlossen.

Schon während des letzten WJT in Panama ist die Luxemburgerin Gabrielle Thomes mit einer Trierer Gruppe gereist. Faszinierend findet sie die Kombination aus „Party und Gebet. Zehntausende Menschen können ruhig sein beim Gebet, aber auch zusammen Party machen“, schildert sie ihre Erfahrungen von insgesamt fünf Weltjugendtagen. „Das stärkt mich und gibt mir so viel Energie, da merkt man den Schlafmangel gar nicht“, sagt die 34-Jährige lachend. Zum dritten Mal reist Sebastian Gburrek aus Marsberg, das zum Erzbistum Paderborn gehört, mit einer Trierer Gruppe zu einem WJT. „Es ist jedes Mal eine tolle Gemeinschaft, mit der man sich gut austauschen kann“, sagt der 39-Jährige.

Sebastian Gburrek aus Marsburg

Unter dem Motto ,,Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg” treffen sich vom 1. bis 6. August junge Menschen aus der ganzen Welt in der portugiesischen Hauptstadt, um gemeinsam ihren Glauben und ihre Freundschaft zu feiern. Die Teilnehmenden des Bistums Trier erwarten neben einem Besichtigungsprogramm zahlreiche Events, Konzerte, Katechesen (Gespräche über den Glauben unter verschiedenen Aspekten), Gottesdienste sowie Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt.